Interview mit Sascha Vollmer

„Meine Eltern haben viel mit mir durchgemacht!“

Interview mit Sascha Vollmer

Foto: 2017 Ufa Fiction

Als Hoss Power ist er seit zwölf Jahren mit der Band The BossHoss erfolgreich, ihr Album „Dos Bros“ erhielt Dreifach Gold. 2015 brachten sie ein Kinderbuch auf den Markt. Und jetzt ist Sascha Vollmer auch noch unter die Schauspieler gegangen. Im aktuellen Kinofilm „Hanni und Nanni – Mehr als beste Freunde“ spielt er den Vater der bekannten Zwillinge. Mit uns sprach er über den Film, die eigene Kindheit und darüber, wie man mit pubertierenden Kindern umgeht.

Für „Hanni und Nanni – Mehr als beste Freunde“ standen Sie zum ersten Mal als Schauspieler vor der Kamera. Was war für Sie die größte Herausforderung?
Das Zusammenspiel mit den echten Schauspielern. Ich habe mit der Band zwar schon oft vor der Kamera gestanden, aber das war echt nochmal was anderes. Im Vorfeld habe ich mich einmal mit meiner Filmpartnerin Jessica Schwarz und der Regisseurin im Hinterzimmer eines Cafés getroffen. Ich sollte Jessica anschreien, ihr sagen, dass ich sie liebe... alles improvisiert. Das war interessant und hat mir sehr geholfen.

In der Schule glänzen Ihre Filmtöchter nicht gerade. Wie haben Sie sich als Schüler geschlagen?
Ich war kein besonders guter Schüler. Anfangs war ich auf der Waldorfschule, wo ich künstlerisch und musikalisch gebildet wurde. Heute greife ich hauptsächlich auf diese ersten sechs Jahre zurück. Alles was danach kam, war nicht mehr mein Ding. Ich habe mich dann schon mehr um meine Musik gekümmert.

Hanni und Nanni haben jede Menge Unsinn im Kopf. Welcher gelungene Streich ist Ihnen aus Ihrer Kindheit noch in Erinnerung?
Das kann ich nicht erzählen! (lacht) Nee, wir haben als Kinder schon Blödsinn gemacht, aber das waren eher die Klassiker: Klingelstreich und Wasserbomben in Briefkästen werfen. Später dann sowas, wie Moped fahren ohne Führerschein. Meine Eltern haben viel mit mir durchgemacht.

In Ihrer Rolle sind Sie auch Musiker und Vater von zwei Kindern. Gibt es weitere Parallelen zu Charlie Sullivan?
Die haben glaube ich einen Musiker gesucht, der gut auf die Rolle passt. Und ich habe mich in der Rolle sofort wiedergefunden. Genau wie Charlie vernachlässige ich auch gerne mal alltägliche Dinge, lasse Sachen liegen, vergesse, wichtige Briefe zu öffnen... Zum Glück habe ich aber mehr Erfolg mit meiner Musik als Charlie.

Im Film ist die Mutter beruflich verreist und zu Hause zieht Chaos ein. Wie sieht es bei Familie Vollmer aus, wenn Mama ein paar Tage nicht da ist?
Nicht ganz so krass. Aber klar, bei mir bleibt auch mal das Geschirr liegen und der Müll wird erst runtergebracht, wenn er anfängt zu müffeln. Ich gehe da auch eher in die schlampige Richtung.

Wie gefällt Ihren Kindern der Film?
Die Meinung meiner Kinder war mir sehr wichtig. Meine Tochter meinte jetzt mit 15, sie sei schon ein bisschen zu alt für Hanni und Nanni. Aber den Film findet sie super! Und auch mein 7-jähriger Sohn, hat den Film voll abgefeiert! An einer Stelle haben die beiden sogar ein bisschen geweint.

2015 erschien ein Kinderbuch von The BossHoss, jetzt läuft der erste Kinderfilm im Kino. Welche familientauglichen Projekte dürfen wir noch erwarten?
Unsere Musik ist doch familientauglich! Bei uns sind immer viele Kinder mit ihren Eltern oder Großeltern im Publikum. Andere Projekte sind erstmal nicht geplant. Vielleicht gibt es ja eine Fortsetzung von Hanni und Nanni mit uns. Mal gucken, was noch kommt.

Dieses Jahr sind Sie erstmals Gastgeber der Vox-Sendung „Sing meinen Song“. Was ist der Reiz daran?
Das ist einfach ein tolles Format, in dem Musiker mit anderen Musikern Musik machen und darüber reden. Es geht nur um Musik! Und das auf einem Privatsender und auch noch richtig erfolgreich. Das hat uns natürlich gereizt.

Wie bekommen Sie Ihr Leben als Rock 'n' Roller und das Familienleben unter einen Hut?
Das klappt ganz gut. Der Schlüssel ist wohl, dass der Erfolg ja nicht über Nacht kam. Die Kinder sind da praktisch reingeboren. Meine Tochter war zwei, als es mit The BossHoss losging – die kennt gar nichts anderes. Und mein Sohn ja sowieso nicht. Klar, manchmal ist es auch schwierig, weil man viel unterwegs ist, aber dafür gibt es auch Vorteile. Wenn ich zu Hause bin, kann ich mir meine Zeit frei einteilen und so viel Zeit mit der Familie verbringen.

Sie haben als Kind schon Geige und Klavier gespielt. Spielen Ihre Kinder auch ein Instrument?
Meine Tochter spielt Klavier und mein Sohn hat jetzt mit Gitarre angefangen. Beide finden es cool, üben nur nicht so gerne. Aber das kann ich verstehen, habe ich als Kind auch nicht gerne gemacht. Ich sage ihnen dann: „Je mehr ihr übt, desto besser werdet ihr. Aber das müsst ihr selbst wissen, ist euer Ding!“ Ich will sie da zu nichts drängen.

Ihre Tochter ist 15 Jahre alt – mitten in der Pubertät! Was raten Sie Eltern, denen das noch bevorsteht?
Ich hab's ja noch gar nicht hinter mir! (lacht) Wer weiß, was da noch kommt. Bis jetzt ist meine Tochter cool. Klar, vieles verändert sich: Sie wird zur Frau, hat jetzt auch einen Freund... aber das bringt ja auch schöne Sachen mit sich. Meine Tochter macht es uns bisher leicht. Aber sie hat ja auch coole Eltern (lacht). Deshalb ist mein Tipp: Einfach cool bleiben, dann bleiben auch die Kids cool!

The BossHoss macht 2017 eine Pause. Mehr Zeit für die Familie. Was planen Sie für die Sommerferien?
Ich werde tatsächlich zum ersten Mal mit meiner Familie in den Sommerferien wegfahren – sechs Wochen lang! Wohin wissen wir aber noch nicht.

Name: Sascha Vollmer
Geburtstag: 7.12.1971
Erfolgreichstes Album: Dos Bros (2015)
Erfolgreichste Single: Don´t gimme that (2011)
Kinderbuch: Kleine Cowboys ganz groß
Kinderfilm: Hanni und Nanni (2017)
TV-Shows: u.a. Sing meinen Song, The Voice of Germany (Staffel 1-3)
Helden der Kindheit: Old Shatterhand und Winnetou
Lieblings-Kinderbuch: Die drei ???
Lebensmotto: Gute Laune hilft gegen alles!

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