Ein gutes Gefühl auf Klassenfahrten:

So können Eltern und Schüler sich auf die Reise freuen

Ein gutes Gefühl auf Klassenfahrten:

Mojpe (CCO-Lizenz) / pixabay.com

Schüler gehen oft bereits in der Grundschule zum ersten Mal ohne ihre Eltern im Klassenverband für ein paar Tage auf Reisen. Die Chancen, die Klassenfahrten für Schüler und Lehrer bieten, sind groß. Trotzdem blicken viele Familien mit gemischten Gefühlen auf diesen großen Meilenstein im Leben eines Kindes. Immerhin ist das Kind zum ersten Mal für mehrere Nächte nicht bei seiner unmittelbaren Verwandtschaft. Wenn bestimmte Sicherheitsaspekte berücksichtig werden, lässt dies Eltern trotzdem ruhig schlafen, wenn sich der Nachwuchs aufmacht, um mit Klassenkameraden und Lehrern die Welt zu entdecken.

Klassenfahrten bringen wertvolle Impulse für die schulische und soziale Entwicklung von Kindern und Jugendlichen mit sich. Sie stärken den Klassenverband und den Teamgeist innerhalb der Gruppe. Außerdem geben die mehrtägige Ausflüge Lehrern und Schülern die Möglichkeit, sich intensiv mit interessanten Themenschwerpunkten zu beschäftigen und Erfahrungen zu sammeln, die innerhalb des Klassenraumes kaum möglich sind.

Lehrer finden im Rahmen einer Klassenfahrt den Raum, um ihre Schüler aus einer neuen Perspektive wahrzunehmen und in der intensiven gemeinsamen Zeit gruppendynamische Prozesse und das Sozialverhalten innerhalb des Klassenverbandes aus einem anderen Blickwinkeln kennenzulernen. Die Gestaltung von den Fahrten hat sich in den vergangenen Jahrzehnten stark gewandelt. Wurden in der heutigen Elterngeneration vor allem Wanderausflüge in die Natur gemacht, haben Klassenfahrten heute deutlich vielfältigere Schwerpunkte. Städtereisen sind aufgrund des kulturellen Angebotes sehr beliebt. Auch Klassenfahrten mit einem sportlichen Fokus sind heute stark in den Mittelpunkt des Interesses gerückt. Nicht selten führen Klassenfahrten Lehrer und Schüler heute sogar ins Ausland. Für Schüler erwächst daraus eine Möglichkeit, ihren Horizont zu erweitern, andere Kulturen und interessante Projekte kennenzulernen.

Muss mein Kind auf Klassenfahrt gehen?

Ob eine Verpflichtung zur Teilnahme an Klassenfahrten besteht, wird von Bundesland zu Bundesland anders geregelt, in den meisten Fällen besteht aber eine gesetzliche Verpflichtung, dass ein Kind an der mehrtätigen Klassenfahrt teilnehmen muss.

In Hamburg legt beispielsweise das Hamburgische Schulgesetz (HmbSG) fest, dass Schülerinnen und Schüler gemäß §28 verpflichtend an Schulfahrten teilzunehmen haben (Quelle: http://www.schulrechthamburg.de). Nur in begründeten Sonderfällen können Eltern in Absprache mit den betreuenden Lehrern und der Schulleitung ihr Kind von der Teilnahme an der Klassenfahrt befreien lassen. Diese Thematik ist eng verbunden mit den in der jüngeren Vergangenheit immer wieder aufkommenden Diskussionen zum Thema Schule schwänzen vor und nach den Ferien oder um Feiertage und Brückentage herum. Hier steht schon seit längerem eine Strafe für Eltern im Raum, die ihren Nachwuchs an einzelnen Tagen vorsätzlich aus der Schule nehmen, um einen verlängerten Urlaub oder Ausflug machen zu können.

Die Dauer einer Klassenfahrt kann je nach Bundesland variieren und hängt vor allem vom Alter der teilnehmenden Kinder ab. Klassenfahrten für Kinder bis zur zweiten Klasse dauern meist nicht länger als drei bis fünf Tage. Außerdem werden in der Regel Ziele ausgewählt, die nicht allzu weit von zu Hause entfernt liegen, damit Kinder, die zu große Probleme mit Heimweh entwickeln, schnell und unkompliziert von den Eltern abgeholt werden können. Ältere Kinder, vor allem auf den weiterführenden Schulen, können durchaus Klassenfahrten von bis zu zwei Wochen unternehmen.

Lehrer sollten Eltern umfassend informieren

Wenn Kinder bisher noch nie ohne den Familienverband unterwegs waren, kann die erste Klassenfahrt durchaus eine Bewährungsprobe für die ganze Familie sein. Eltern tun aber grundsätzlich gut daran, ihre Kinder zu ermutigen, sich dieser Herausforderung zu stellen.

Lehrer und Betreuer können die Klassenfahrt optimal vorbereiten, wenn sie Eltern und Schüler im Vorfeld umfassend informieren und ihnen ein detailliertes Bild über das Ziel und den Inhalt der Reise, die Gruppenzusammensetzung und den Betreuungsschlüssel, die Gegebenheiten vor Ort und die umzusetzenden Sicherheitsrichtlinien vermitteln. So sollten Eltern beispielsweise die Möglichkeit haben, sich über die ausgewählte Jugendherberge, ihre Lage und Ausstattung und die umgebende Infrastruktur ausführlich zu informieren. Die meisten modernen Unterkünfte verfügen über eine Homepage und eine Servicehotline, über die Informationen eingeholt werden können.

Inzwischen haben die hohen Qualitätsansprüche im Hinblick auf Jugendherbergen und Jugendhostels auch dazu geführt, dass einheitliche Prüfsiegel von unabhängigen Institutionen eingeführt wurden, über die sich Eltern und Betreuer von der Qualität der Einrichtung überzeugen können. Die folgenden Prüfstellen sind für deutsche und europäische Jugendherbergen besonders interessant:

  • QMJ-Zertifizierung des Bundesforums für Kinder- und Jugendreisen e.V.
  • Prüfung des TÜV im Hinblick auf den „Youth Hostel Quality Standard“
  • Das Jugendreisen-Qualitätssiegel des Reisenetzes Deutschland
  • Das unabhängige Rating der TREUGAST Solutions Group
    (Quelle:https://www.aohostels.com/de/klassenfahrten/).

Auch das geplante Aktivitätenprogramm und Projekte für die Klassenfahrt sollten Eltern im Vorfeld kurz vorgestellt werden, damit sie sich ein Bild davon machen können, was ihr Kind in den kommenden Tagen erwartet. Eventuell lässt sich so auch schon eine Vorbereitung im heimischen Umfeld umsetzen, damit Schülerinnen und Schüler vor Ort schnell im Thema ankommen und möglichst viel aus der Klassenfahrt gewinnen können.

Alkohol und Drogen auf Klassenfahrten

Schülerinnen und Schüler im Jugendlichenalter verstehen Klassenfahrten häufig als Möglichkeit, sich ohne die elterliche Aufsicht zu bewegen und sich in verschiedenen Bereichen auszuprobieren. Hier kann der Konsum von Alkohol und Drogen zu einem ernstzunehmenden Problem werden. Grundsätzlich gilt natürlich auch hier die Vorgabe des Jugendschutzgesetzes. Danach gilt:

In Gaststätten, Verkaufsstellen oder sonst in der Öffentlichkeit dürfen
- Bier, Wein, weinähnliche Getränke oder Schaumwein oder Mischungen von Bier, Wein, weinähnlichen Getränken oder Schaumwein mit nichtalkoholischen Getränken an Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren,
- andere alkoholische Getränke oder Lebensmittel, die andere alkoholische Getränke in nicht nur geringfügiger Menge enthalten, an Kinder und Jugendliche weder abgegeben noch darf ihnen der Verzehr gestattet werden.
(Quelle: https://www.jugendschutz-aktiv.de/)

Unter diese Gesetzesregelung fallen auch Klassenfahrten. Schulleitung und Betreuungspersonal können allerdings auch darüber hinaus ein generelles Verbot von Alkohol und Drogen im Rahmen der Klassenfahrt festlegen.

Zertifizierte Jugendherbergen und Jugendhostels bieten inzwischen vielfach auch zusätzliche Möglichkeiten an, um die Ausgabe und den Konsum von Alkohol im Sinne des Jugendschutzgesetzes zu kontrollieren. So können Betreuungspersonen in den europaweit vertretenen a&o Hostels beispielsweise spezielle Bar-Armbänder für ihre jugendlichen Schüler buchen, die zur Altersverifikation in gastronomischen Betrieben dienen, in denen auch Alkohol ausgeschenkt wird.

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