Interview mit Max von Thun

„Ich finde es toll, dass die Jugend für ihre Zukunft laut wird.“

Interview mit Max von Thun

© Tante Gioia

Max von Thun heißt mit vollem Namen eigentlich Maximilian Romedio Johann-Ernst von Thun-Hohenstein und ist ein Nachkomme eines alten Südtiroler Adelsgeschlechts. Im deutschen Fernsehen fällt er erstmals in der Show „MTV Kitchen“ auf, in der er über Rockmusik philosophiert. Bis heute feiert er jedoch als Schauspieler viele Erfolge - wie sein Vater, Friedrich von Thun. Im Mai 2013 wird er zum ersten Mal Vater. Für Sohn Leo ist er mit seinem Buch „Der Sternenmann“ kürzlich unter die Kinderbuchautoren gegangen. Nun erscheint bereits die Fortsetzung, über die wir mit dem sympathischen Vollblutpapa sprachen.

Vom Schauspieler zum Autor – Wie kam es dazu?
Völlig ungeplant. Ich habe Schlaflieder für meinen Sohn geschrieben und komponiert, damit er, wenn ich mal länger unterwegs bin, auch mit meiner Stimme ein­schlafen kann. Ein Lied heißt „Der Sternenmann“. Daraus ist die Gute-Nacht-­Geschichte auch entstanden, die arsEdition dann direkt veröffentlicht hat.

Wer oder was hat Sie zum „Sternenmann“ inspiriert?
Naja, abends beim Einschlafen leuchten die Sterne... und dort ist der Protagonist ­meiner Geschichten verankert. Mein Sohn hatte auch mal eine „Tiger-Phase“ und er brüllte gern und laut. Daraus ist dann mein Buch „Kleiner Tiger, müder Krieger“ entstanden.

Welches Kinderbuch hat Sie bis heute am meisten geprägt?
Um ­eines von vielen zu nennen: „Wo die wilden Kerle wohnen“ – schon allein ­deshalb, weil der Protagonist Max heißt! Ein anderes Lieblingsbuch war ­„Bruno vor, noch ein Tor“.

Was hat sich grundlegend verändert, als Sie Vater wurden?
Mein Schlafverhalten! Bis heute habe ich mit diesem neuen Schlaf-Rhythmus zu kämpfen. Früher im Kleinkindalter die unterbrochenen Nächte – heute das frühe Aufstehen im Schulalltag.

Wie beschreiben Sie sich als Vater?
Ich bin eher der nicht-autoritäre Vater und versuche über Erklärungen die Vernunft meines Sohnes zu erreichen. Im Allgemeinen nehme ich Kinder sehr ernst. Ich war nie der „­Dutti-Dutti-Mann“, der mit Kindern in Babysprache kommuniziert. Mein Sohn hat in unserer Beziehung eine demokratische Stimme, die er auch voll nutzt. Bei neuen Büchern zum Beispiel ist seine Meinung für mich ausschlaggebend: Er ist mein Ko-Autor, segnet auch alle Illustrationen ab und verändert diese, wenn sie nicht seinen Vorstellungen entsprechen.

Welche Phasen in Ihrem Leben würden Sie Ihrem Sohn nicht ­wünschen?
Jede Phase im Leben ist wichtig und formt den Charakter. Natürlich wünsche ich meinem Sohn nur Positives, aber auch er muss mal mit dem Tod oder Verlust eines geliebten Menschen umgehen, mit Liebeskummer oder Unzufriedenheit im Job. Das gehört dazu und festigt seine Persönlichkeit.

Der Apfel fällt nicht weit vom Stamm – was hat Ihr Sohn definitiv von Ihnen?
Die Fantasie und die Kreativität. Zudem ist er sehr wissbegierig, fragt unheimlich viel und liebt die „Was-ist-was“-Bücher. Oft merkt er sich erstaunliche Dinge, bei denen ich selbst erst einmal googeln muss, ob sie stimmen.

Worauf legen Sie bei der Erziehung besonders Wert?
Auf Höflichkeit, gute Tischmanieren, Hilfsbereitschaft, Pflichtbewusstsein und ­Ehrlichkeit. Ich finde, dass mein Sohn jetzt schon ein sehr anständiger Kerl ist. Was ich auch interessant finde, ist seine Beziehung zum anderen ­Geschlecht: Er zählt viele Mädchen zu seinen Freunden.

Worüber oder über wen können Sie lachen?
Ich bin ja in England zur Schule gegangen und daher etwas vom schwarzen britischen Humor geprägt. Toll finde ich Monty Python, Buster Keaton, Dick & Doof und Charlie Chaplin. Ich lache aber auch über brillante Late-Night-Talker wie Stephen Colbert oder Harald Schmidt.

Wie groß ist Ihre Wunschfamilie?
Ich würde sofort wieder loslegen, wenn ich die passende Mutter gefunden habe. Mein Wunsch war ja immer ein Junge und ein Mädchen.

In unserem Titelthema geht es diesmal um Klimaschutz in der ­Familie. Was tun Sie in dieser Hinsicht?
Ich war mit meinem Sohn ­kürzlich einmal auf einer „Fridays for Future“- Demo in München. Natürlich hat er den Hintergrund der Demo noch nicht richtig verstanden, war aber von der Menschenmenge beeindruckt. Ich finde es toll, dass die ­Jugend für ihre Zukunft etwas lauter wird und so ein Klima-Bewusstsein schafft. Ich persönlich vermeide unnütze Autofahrten und Inlandflüge, kaufe kein billiges Plastikspielzeug, trenne den Müll, achte bei Lebensmitteln auf Regionalität und reduziere meinen Fleischkonsum. Es ­sollte mittler­weile schon in den Köpfen der Menschen angekommen sein, dass ­billiges Fleisch gleichzusetzen ist mit Massentierhaltung und Tier­quälerei. Art­gerechte Tierhaltung hat halt ihren Preis.

Name: Maximilian Romedio Johann-Ernst von Thun-Hohenstein
Geburtstag: 21. Februar 1977 in München
Stern­zeichen: Fische
Kinder: Sohn Leo (6 J.)
­Karriere: ­Moderator „MTV Kitchen“ (1998), u.a. Schauspieler in Produktionen wie „Kronprinz Rudolf“, „Samba in Mettmann“ (2004), weitere Rollen in ­Serien wie „Tatort“, „Rubbeldikatz (2011), „Einmal Hans mit scharfer Soße“ (2014), „Traumfrauen“ (2015), „Gut zu Vögeln“ (2016), „Immenhof“ (2019) und ­„Benjamin Blümchen“ (2019), Bücher: „Der Sternenmann“ (2018), „Kleiner Tiger, müder Krieger“ (2019), „Der Sternenmann und die furchtlose Prinzessin Luna“ (2020)

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