INTERVIEW: ROGER CICERO

„Die ‚Beatles‘ waren meine musikalische Früherziehung“

INTERVIEW: ROGER CICERO

Ein Hut und ein lässiger Blick waren seine äußeren Markenzeichen. Vor allem war Roger Cicero aber ein Vollblutmusiker mit einer Mehroktavenstimme, für den es nie einen anderen Berufswunsch gab. Dabei hatte er noch viel mehr vorzuzeigen: Er schauspielerte neben Heike Makatsch, synchronisierte im Disney-Film „Küss den Frosch“, schrieb ein Buch, co-moderierte gleich drei Mal die „SAT 1-Hitgiganten“ – und ist Vater. ALSTERKIND erinnert sich an ein sehr nettes Interview mit Roger Cicero über den Spagat zwischen Job und Familie, seine Rolle als Vater und seinen Lieblingsplatz an der Alster.

Die vergangenen Monate sind Sie durch Europa getourt, Ihr erstes Buch „Weggefährten“ ist gerade erschienen, dazu kommt diesen Monat Ihre DVD „Roger Cicero – Live at Montreux 2010” auf den Markt. Wie lässt sich das alles mit einer Familie organisieren?
Im Grunde ist es bei uns zu Hause wie bei anderen Familien auch – nur zeitversetzt. Andere Väter arbeiten tagsüber und können jeden Abend zu Hause sein. Wenn ich manchmal mehrere Tage weg bin, kompensiere ich die Zeit, indem ich mehrere Tage zu Hause bin. Und dann bin ich Vollzeitpapa.

In Ihrem Buch beschreiben Sie Songs, die Sie mit bestimmten Gefühlen und Ereignissen verbinden. Welche Musik verbinden Sie mit Ihrer Kindheit?
Zu meinem 11. Geburtstag habe ich einen Walkman geschenkt bekommen. Darauf habe ich erstmals von den „Beatles“ das weiße, rote und blaue Album gehört. Und dann immer und immer wieder. Die „Beatles“ waren sozusagen meine musikalische Früherziehung.

Welchen Song verbinden Sie mit Ihrem Sohn?
Für Louis habe ich „Für `nen Kerl“ geschrieben. Diesen Song verbinde ich natürlich immer mit ihm.

Hat sich Ihre Musik durch die Vaterrolle verändert?
Nein, meine Musik ist davon unbeeinflusst. Dennoch höre ich, seit Louis da ist, andere Musik. Das liegt jedoch nicht daran, dass sich mein Musikgeschmack verändert hat, sondern daran, dass Louis nun bestimmt, was wir hören.

Ihr Vater war der berühmte Jazz-Pianist Eugen Cicero, Sie sind erfolgreicher Musiker – hoffen Sie, dass Louis in die gleichen Fußstapfen tritt?
Ich hoffe, dass unser Sohn seine Leidenschaft findet - und wenn es Musik ist, ist das ok. Natürlich würde ich ihn unterstützen. Doch ich werde keinen übertriebenen Ehrgeiz entwickeln und ihn in diese Ecke drängen. Wenn er einen anderen Weg einschlagen möchte, werde ich ihm auch dabei helfen.

Wenn wir Ihren Sohn in 30 Jahren nach seinem Vater befragten, wie sollte er Sie idealerweise beschreiben?
Dass ich für ihn da war und ihn unterstützt habe.

Sie werden immer als sehr ausgeglichen und cool beschrieben. Schafft Louis es, Sie zu reizen?
Ehrlich gesagt, schafft auch er es nur in Maßen. Es gibt natürlich Abende, an denen ich kaputt bin und mir Ruhe wünsche. Wenn Louis dann schlecht gelaunt ist und partout seinen Willen durchsetzen will, bin ich schon mal genervt. Doch das höchste der Gefühle ist, dass ich aufstehe und laut seinen Namen sage. Wenn er dann lachend wegläuft, ist meine Wut auch schon wieder verraucht.

Was ist Ihr Lebensmotto?
Lebe im Heute.

Was darf in Ihrem Kühlschrank niemals fehlen?
Milch für den Cappucino am Morgen.

Sie besteigen eine Zeitmaschine, wohin würden Sie gern reisen?
Ich bin Science Fiction-Fan und würde gerne mal in die Zukunft reisen.

Wo ist Ihr Lieblingsplatz an der Alster?
Ich liebe es, auf der Alster zu sein. Es ist immer ein überwältigender Anblick, wenn man auf den Kanälen paddelt und dann unter einer Brücke hindurch auf die Alster kommt.

Was fehlt der Alsterregion Ihrer Meinung nach, um noch familienfreundlicher zu werden?
Mir fehlt hier gar nichts. Ich finde Uhlenhorst toll für Kinder. Wir haben schöne Spielplätze und ruhige Seitenstraßen zum Spazierengehen.

Wie groß ist Ihre Wunschfamilie?
Ich möchte weitere Kinder nicht ausschließen, doch die derzeitige Familienkonstellation finden meine Frau und ich schon perfekt.

Das Weihnachtsfest bekommt mit Kindern eine neue Bedeutung. Wie und wo werden Sie es verbringen?
Heiligabend werden wir zu Hause mit Freunden und Familie verbringen.

Was steht oben auf Ihrem Wunschzettel?
Das Jahr ruhig und besinnlich ausklingen lassen und ein wenig Urlaub machen.

Vollständiger Name: Roger Marcel Cicero Ciceu
Geboren am: 6. Juli 1970
Sternzeichen: Krebs
Kind: Louis, 2,5 Jahre alt
Wohnort: Hamburg-Uhlenhorst
Karriere: Mit 16 erster Fernsehauftritt. Mit 18 ins Konservatorium, um Klavier, Gitarre und Gesang zu studieren. 1991-96 Studium Jazzgesang in der Amsterdamer Hochschule der Künste.
Alben: 2006 "Männersache" (Doppel Platin), 2007 "Beziehungsweise" (Platin), 2009 "Artgerecht" (Platin). Zudem im Film: In "Hilde" (mit Heike Makatsch) spielt er den Musiker Ricci Blum. Im Disney Film „Küss den Frosch“ spricht und singt er die Rolle des Prinzen Naveen (mit Cassandra Steen).

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