Interview mit Elyas M´Barek zum Kinostart von "Paddington Teil 2"

„Ich habe Makel und mache Fehler...“

Interview mit Elyas M´Barek zum Kinostart von

Fotos: © STUDIOCANAL/ ab-bild.de

Alles begann am Weihnachtsabend 1956, als der Schriftsteller Michael Bond in einem Geschäft einen einsamen Teddybären entdeckte und diesen seiner Frau mitbrachte. Von dem Stofftier inspiriert, schrieb er dann in nur zehn Tagen sein erstes Kinderbuch „A Bear Called Paddington“.  Paddington wurde über Nacht zum Star und kommt jetzt bereits mit Teil 2 in die Kinos. Frauenschwarm Elyas M`Barek spricht wieder den charmanten Knuddelbären und mit uns über seine Schwächen, Mut und Pubertät.

Was hast du mit dem liebenswerten, tollpatschigen und extrem knuffigen Kinobären Paddington gemeinsam?
Tatsächlich die Tollpatschigkeit. Mir fällt oft etwas aus der Hand – insbesondere mein Handy. Daher muss ich mindestens zweimal im Jahr in ein neues Display investieren.

Paddington tritt in seinem neuen Abenteuer ein paar Nebenjobs an. Was für Jobs hattest du so in der Vergangenheit?
Ich hatte in meiner Schulzeit und auch als Student sehr viele Nebenjobs: Ich habe im Supermarkt Regale aufgefüllt, in den Stadtwerken Akten sortiert, in der Bäckerei Brötchen verkauft oder auch am Tresen gestanden... Und natürlich war ich überall ein echtes Multitalent... (lacht).

Paddington muss sich auch in Teil 2 wieder mutig zwielichtigen Typen stellen. Wofür brauchtest du im Leben bisher am meisten Mut?
Mut brauchte ich am meisten für die Entscheidung, die Schauspielerei als Beruf zu wählen.  Nicht zu wissen, ob ich mit diesem Job meine Miete zahlen und für meinen Unterhalt aufkommen kann... Das war meine mutigste Entscheidung!

Du bist mit zwei jüngeren Brüdern aufgewachsen. Welche Vorteile hatte es als Älterer?
Das hatte ehrlich gesagt eher Nachteile: Ich war immer der Vorreiter, musste für alle Privilegien kämpfen, die meine Brüder dann gemütlich übernommen haben. Doch einen Vorteil hatte es: Ich hatte das Sagen!

Was man dir auf den ersten Blick nicht ansieht und auch nicht anhört: Du hast österreichische Wurzeln! Skifahren, Bergsteigen, Germknödel – was verbindest du mit den Bergen?
Genau das: Ich fahre sehr gern Ski, genieße es auch, in den Bergen zu wandern und natürlich liebe ich die österreichische Küche. Besonders mag ich die Österreicher wegen ihrer Leichtigkeit und ihrer Fröhlichkeit.

„Paddington“, „Fack ju Göhte“, „Das Pubertier“ - In deinen Filmen bekommen wir immer wieder Kontakt mit pubertierenden Kids. Erinnerst du dich noch an deine Pubertät?
Ich erinnere mich daran, dass ich oft rebelliert habe gegen alles und jeden und dass ich natürlich auch meine Grenzen voll ausgetestet habe. Das war eine Zeit, in der ich oft unzufrieden mit mir war: Lehrer sind doof, Schule nervt und alles war fürchterlich anstrengend.

Für viele Kids bist du ein Vorbild – wie empfindest du das?
Ich habe nie darauf hingearbeitet, eine Vorbildfunktion zu haben, bin mir dessen aber sehr bewusst und versuche auch, mich dementsprechend zu verhalten. Es ist natürlich nicht immer leicht, ein Vorbild zu sein. Ich habe Makel und mache Fehler und ich finde es auch nicht verkehrt, wenn die Kids das sehen und verstehen.

Du hast nun schon einige Filme für Kinder und Teenager gedreht – Könntest du dir vorstellen, mal Vater zu sein? Was wäre dir dann besonders wichtig?
Natürlich kann ich mir vorstellen, einmal Vater zu werden. Wichtig ist mir dabei das richtige Maß an Erziehung: den Kindern etwas vorleben, richtungsweisend für sie zu sein – nicht hierarchisch - sondern die Kids auf den richtigen Weg zu lenken und auch zu tolerieren, wenn sie einen anderen Weg einschlagen als den, den ich mir für sie wünschte.

Mit welchen drei Adjektiven würden dich deine Freunde beschreiben und welche Schwäche würden sie als erste nennen?
Humorvoll, loyal und großzügig und extrem ungeduldig...

In welchem Film würdest du gern noch einmal die Hauptrolle spielen?
Hm,  gar nicht so leicht... Ich habe kürzlich mal wieder „Forrest Gump“ gesehen und gerade bekam ich die DVD „Leon der Profi“ geschenkt – beides grandiose Filme, nur wären sie nicht diese Filme, wenn ich sie gespielt hätte. Aber ich würde gern einmal eine ganz andere Rolle fernab meiner Realität spielen: in einem Abenteuer-, einem Anti-Kriegs- oder auch einem Weltall-Film. Ich würde gern einmal in einem Kostüm-Film in einem Kettenhemd auf einem Pferd reiten.

Als Schauspieler kommst du viel in der Welt herum. Was gefällt dir an Hamburg besonders?
An Hamburg liebe ich vor allem die Nähe zum Wasser. Wenn ich an den Landungsbrücken die Containerschiffe beobachte und mir vorstelle, aus welchen Teilen der Erde sie wohl gerade kommen... Das Tor zur Welt eben. Hamburg ist eine spannende Stadt mit dem typischen Hamburger Chic: viele gut gekleidete Menschen, eine tolle Architektur und sehr vornehm.

Herbstzeit – Lesezeit - Welches Buch liegt derzeit auf deinem Nachttisch?
Da liegen viele Bücher und ich lese auch je nach Lust und Stimmung gern verschiedene Bücher parallel. Aber besonders gut fand ich Keith Richards Biografie „Life“ – die hat mich nachhaltig sehr beeindruckt.

Weihnachten steht vor der Tür – Was wünscht du dir? Und wie und mit wem feierst du das Fest?
Ich feiere ganz traditionell unterm Weihnachtsbaum mit meinen Lieben und ich genieße diese gemütliche, besinnliche Zeit immer sehr. Daher wünsche ich mir auch einfach mehr Zeit wie diese, mit meiner Familie und meinen Freunden und derzeit ganz besonders: Frieden für die Welt.

Name: Elyas M´Barek
Geburtstag: 29. Mai 1982
Alter: 35 Jahre
Sternzeichen: Zwilling
Filme: u.a.: „Mädchen, Mädchen“ (2001), „Die Welle“ (2008), „Männerherzen“ und „Zweiohrküken“ (2009), „Teufelskicker“ (2010), „Wickie auf großer Fahrt“ (2011), „Türkisch für Anfänger“ und „Fünf Freunde“ (2012), „Fack ju Göhte“ (2013, 2015) Synchronisationen: „Hotel Transsilvanien“ (2012), „Die Monster Uni“ (2013), „Paddington“ (2014 und 2017)

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