Die Welt der Bücher – was macht ein gutes Kinderbuch aus?

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Die Welt der Bücher – was macht ein gutes Kinderbuch aus?

Wie dick sollte ein Kinderbuch sein? Was für Themen interessiert die entsprechende Altersgruppe und ab wann sind Bilder im Buch uncool? Experten geben Richtlinien.

0–2 Jahre: Bilderbücher
3–5 Jahre: Bilderbücher und Vorlesebücher
6–7 Jahre: Vorlesebücher und Erstlesebücher
8–12 Jahre: Kinderromane
ab 12 Jahre: Jugendromane

Die Schreibtrainerin Dr. Anette Huesmann, Autorin, Germanistin und Dozentin für kreatives Schreiben:

SPRACHE
·Die Texte in Bilderbüchern für Kinder bis zu 5 Jahren haben meist eine einfache Struktur und kurze Sätze. Reime, Wiederholungen, Lautmalereien und Worterfindungen werden gern angewendet.
· Vorlesebücher für Kinder ab 6 Jahren enthalten umfangreichere Geschichten mit etwas schwierigeren Formulierungen. Erstlesebücher sollten kurz und sprachlich einfach gehalten sein.
· Romane für Kinder ab 8 Jahren sind sprachlich anspruchsvoller, doch meist noch ohne schwierige Wörter und umständliche Formulierungen.

ILLUSTRATIONEN
Je jünger die Kinder, desto mehr Bilder und desto weniger Text. In Kinderromanen ab 8 Jahren finden sich noch viele Bilder, in Büchern für über Zwölfjährige kaum noch.

THEMEN
Für kleinere Kinder sind Alltagserfahrungen, Ängste oder die Familie wichtige Themen, für größere Kinder außerdem Freundschaften und Schule. Auch Abenteuer- und Detektivgeschichten sind bei den Älteren sehr beliebt. Jugendbücher lassen kaum ein Thema aus: Freundeskreis, Erwachsen werden und die Liebe. Neben Alltagsgeschichten liegen auch fantasievolle Erzählungen hoch im Kurs: sprechende Tiere, Fantasiewesen, Kinder mit übernatürlichen Fähigkeiten u.v.m. Je überraschender, desto besser.

UMFANG
· Bilderbücher für die Kleinsten enthalten nur wenige Worte oder Sätze.
· Bilderbücher für 3- bis 5-Jährige haben meist nicht mehr als 12 Doppelseiten.
· Vorlesebücher haben oft zwischen 30 und 80 Seiten Text.
· Kinderromane sind mit 100 bis 150 Seiten nicht selten, aber auch dickere Bücher.

ERZÄHLSTRUKTUR
· In Bilderbüchern für die Kleinsten steht oft eine besondere Figur im Mittelpunkt, die wir über mehrere Stationen auf ihrem Weg begleiten.
· Kinderromane handeln oft von einer Figur oder einer Figurengruppe. Jedes Kapitel erzählt eine kleine in sich geschlossene Episode.
· Je älter die Zielgruppe, desto mehr erzählen die Bücher fortlaufend eine Gesichte.

Quelle: Die Schreibtrainerin Dr. Anette Huesmann, www.die-schreibtrainerin.de

Friederike Wehse, „Moses. Verlag“:

„Ein gutes Kinderbuch sollte Dinge zum Entdecken bieten.“

Eine kindgerechte Sprache, eine dem Alter angemessene Textmenge und vor allem eine Gestaltung, die das Sehen lenkt, die interessant ist, ohne zu überfordern. Ein gutes Kinderbuch sollte Dinge zum Entdecken bieten, sei es bildlich oder sprachlich. Kinderbücher sollten einer klaren Zielgruppe durch Ausstattung, Schrift und Schriftgröße, Illustrationsstil, Sprache etc. angepasst sein. Das Wichtigste an einem Kinderbuch-Helden ist der Bezug zum Leser. Das Kind muss sich entweder identifizieren können, sich also direkt wiederfinden oder es sollte eine strahlende Überhöhung geben, in die man sich träumen kann. In unserem Verlagsprogramm haben wir eine ganze Menge Bücher zum Thema Natur entdecken für Kinder. Daneben spielen natürlich Schlagworte wie Toleranz, Empathie und Fantasie eine große Rolle. Illustrationen werden immer wichtiger, auch in höheren Altersgruppen. Graphic Novel und Comic binden auch noch ältere Kinder ans Lesen, da die Bildebene den Zugang zum Buch erleichtert.

Susanne Tiarks, Verlegerin „Willegoos Verlag“

„Ein gutes Buch betrachtet die Welt durch die Augen der Kinder.“

Ein gutes Buch betrachtet die Welt durch die Augen der Kinder, für die es geschrieben wurde. Es ist nicht ‚pädagogisch wertvoll‘ und aus dem Verständnis eines Erwachsenen heraus geschrieben oder illustriert. Bei sehr kleinen Kindern, für die unsere Wimmelbücher gemacht sind, ist es die eigene Erlebenswelt, die Kinder anspricht. Bei unseren Stadt- und Insel-Wimmelbüchern sind es nicht die genauen Abbildungen der Architektur - die wir für die erwachsenen Betrachter natürlich auch berücksichtigen -, sondern die Erlebnisse von Kleinkindern auf Augenhöhe: das heruntergefallene Eis, das scheußlich-klebrige Einschmieren mit Sonnencreme am Strand, das entwischte Hündchen. Titelhelden für die ganz Lütten sind die ewigen Klassiker: Tiere, Fabelwesen, starke Mädchen und Jungs und viele mehr.

Carolina Bosch und Sarah-Lisa Grundmann, „J.P. Bachem Verlag“:

„Ein Kinderbuch-Held soll auch Ecken und Kanten haben!“

Ein gutes Kinderbuch muss in erster Linie unterhalten. Doch sollten besonders Kinder auch etwas Nützliches daraus mitnehmen. Geschichten und Situationen, die den Kindern aus ihrem Alltag und Erfahrungsschatz vertraut sind, eignen sich dafür besonders. Gerade für die Kleinsten ist auch die Interaktion ein großer Spaßfaktor – Suchbilder, aufklappbare Seiten oder Mitmachbücher sind erfolgreich. Dies konnten wir sehr gut an unserem Kinderbuch „Play Yoga“ beobachten. Es lädt dazu ein, die Übungen direkt nachzumachen. Kinderbuch-Helden sind besonders Figuren oder Charaktere aus dem alltäglichen Leben, die den Kindern vertraut sind. Der Held muss nicht perfekt sein, sondern soll auch Ecken und Kanten haben. So können sich die Kinder mit ihm identifizieren und eine Bindung aufbauen. In Kinderbüchern sind uns besonders Themen bezüglich des sozialen Verhaltens und der Freundschaft wichtig.

Randomhouse-Verlagsleitung Susanne Krebs:

„Kinderbücher sollten nicht zu pädagogisch daherkommen!“

Das Kinder- und Jugendbuch ist seit Jahren ein stabiles oder sogar etwas wachsendes Segment im Büchermarkt - und das ist auch gut so! Es ist besonders wichtig, neue Leser von Büchern zu begeistern. Leseförderung bei Kindern ist und bleibt ein zentrales Thema, und meiner persönlichen Überzeugung nach gelingt das am besten, wenn Bücher und Reihen nicht zu pädagogisch daherkommen, sondern mit spannenden, warmherzigen, überraschenden Abenteuern begeistern. Fantasie zählt definitiv bei den jungen Lesern - und immer wieder lustige, tapfere, anrührende Tierfiguren!

Auch dem Bilderbuch kommt bei der Leseförderung eine große Bedeutung zu, denn hier entsteht die allererste Liebe zum Buch. Mit seinen großen Bildern und minimalen Texten geht das Bilderbuch direkt ins Herz, und deswegen ist es auch so toll, dass es gerade im Moment in Deutschland und international viele innovative Künstler gibt, die Lust auf Bilderbuch haben - und die Freude daran weitergeben. Humor ist im Bilderbuch gefragt - und Themen, die Verständnis für andere und das Miteinander fördern.

Im Jugendbuch sind die Zeiten der ganz großen Trends à la Vampir- oder Engelsfantasy vorbei. Dafür ist das Jugendbuch herrlich vielfältig geworden. In der Fantsie sind die Heldinnen deutlich stärker und mutiger geworden. Und auch im realistischen Jugendbuch "zünden" engagierte Titel bei der Zielgruppe: Thriller, die die Themen der Jugendlichen aufgreifen, oder auch aufrüttelnde, wichtige Bücher zum Geschehen in unserer Welt.

Herwig Bitsche, „Nordsüd Verlag“:**

„Gute Geschichten werden immer auch Werte vermitteln.“

Bei Bilderbüchern ist es sicher ein sehr wesentlicher Faktor, dass die Aufmerksamkeit der Eltern und der Kinder gewonnen wird. Je begeisterter die Eltern als Vorleser sind, desto zufriedener wird das Kind als Zuhörer sein. Kürzlich hat mir jemand erzählt, wie er vor vielen Jahren „Lars, der kleine Eisbär“ gelesen hat und schon bei der 3. Seite, als Papa nicht mehr da war, mit Lars zusammen gezittert hat. So stark können gute Bilderbücher wirken. Kinder sind neugierig. Es müssen auch nicht immer Helden sein, um ihre Aufmerksamkeit zu gewinnen. Gute Geschichten werden immer auch Werte vermitteln. Aber nicht mit erhobenem Zeigefinger. Was neu als Thema zunehmend eine Rolle spielt, ist Vielfalt. Wir leben nicht in einer nur weißen Gesellschaft und Kinderbücher sollten dies abbilden.

Literaturstadt Hamburg

Harbour Front Literaturfestival vom 11.9. bis zum 13.10.2019
Seiteneinsteiger-Lesefest für Kinder und Jugendliche vom 23.10. bis zum 31.10.2019

Zum 11. Mal wird Hamburg zum Treffpunkt der internationalen und nationalen Literaturszene und bietet Autoren eine Lesebühne. Das „Harbour Front Literaturfestival“ bietet einen bunten Querschnitt durch das aktuelle Herbstprogramm der Verlage. Das Kinder- und Jugendbuchprogramm ist fester Bestandteil des Festivals. Zum 7. Mal vergibt das „Harbour Front Literaturfestival“ das „Hamburger Tüddelband" an den besten Kinderbuchautor.
Mehr Infos zum Programm auf www.harbourfront-hamburg.com

Bei „Seiteneinsteiger e.V.“ dreht sich alles um Bücher und das Lesen. Seit 2005 gibt es in Hamburg Angebote, die Kindern und Jugendlichen Lust auf Sprache, Texte und Bücher machen. Beim Lesefest wird in Hamburg mit vereinten Kräften das Lesen gefeiert, zu Lande und auf dem Wasser, in Theatern, Museen oder im Literaturhaus ebenso wie in Schulen, Verlagen, Bücherhallen, kleinen Leseclubs und Kulturhäusern.
Mehr Infos auf www.seiteneinsteiger-hamburg.de

Kirsten Boie

„Eine gute Geschichte muss mindestens tausend Wörter haben, sagt der Uhu … und spannend muss eine Geschichte sein. Und lustig und manchmal, aber wirklich nur manchmal auch ein kleines bisschen traurig. … Und am Ende müssen alle wieder fröhlich sein!“ (am 25. Februar ist das neue Buch von Kirsten Boie im Oetinger Verlag erschienen, ein Vorlesebuch für Kinder ab 6 Jahren: „Vom Fuchs, der ein Reh sein wollte“).

„Jedes Kind muss lesen lernen!“

Als Fünfjährige schrieb sie ihre ersten Geschichten auf Butterbrotpapier. Heute sind mehr als 100 ihrer Kinder- und Jugendbücher in zahlreiche Sprachen übersetzt, vertont und sogar verfilmt. Die Hamburgerin Kirsten Boie zählt damit zu den erfolgreichsten Kinderbuch-Autoren Deutschlands. Die Bundesverdienstkreuz- und Jugendliteraturpreisträgerin beschäftigt momentan aber vor allem eins: Jedes fünfte Kind in Deutschland kann nicht ordentlich lesen! Nur vier von fünf Zehnjährigen sind in der Lage, altersgerechte Texte überhaupt zu verstehen, wie die internationale „Iglu-Studie“ im Dezember 2017 offenbarte. Und andere Studien zeigen, dass die Lehrer nur ein Drittel der leseschwachen Schüler überhaupt erkennen. „An unseren Grundschulen brauchen wir insgesamt mehr Lehrer. Wir brauchen mehr Förderung in kleinen Gruppen, mehr Mittel für Bibliotheken und Lektüreprogramme. Noch dazu dürfen Förderstunden nicht für Vertretungsstunden zweckentfremdet werden“, fordert die ehemalige Gymnasiallehrerin Kirsten Boie jetzt in der von ihr initiierten Hamburger Erklärung „Jedes Kind muss lesen lernen“ - einer Petition, der sich bereits viele Menschen und Organisationen angeschlossen haben. Das Ziel: eine bundesweite Diskussion zum Thema Lesefähigkeit anzuregen und über change.org möglichst viele Unterzeichner zu finden. Sie fordert u.a. dazu auf, das Lesenlernen und Lesen sehr viel stärker in den Fokus der Bildungspolitik zu rücken.

Sie möchten die Petition unterstützen? Die Hamburger Erklärung „Jedes Kind muss lesen lernen“ finden Sie unter change.org/hamburger-erklaerung

„Man darf Kinder nie ohne Hoffnung aus einem Buch entlassen!“

Kirsten Boie: „Wenn Kinder ein gutes Buch lesen, sollten sie es mit einem guten und zuversichtlichen Gefühl zuklappen. Für Kinder muss es am Ende immer zumindest Hoffnung geben. Am liebsten haben Kinder natürlich ein Happy End, und wir Erwachsenen, wenn wir ehrlich sind, auch. Manchmal geht es in meinen Büchern aber auch um größere Probleme, die realistisch dargestellt sind. Dann ist ein glattes Happy End vielleicht nicht denkbar, aber es muss hoffnungsfroh sein. Sie dürfen Kinder nie ohne Hoffnung aus einem Buch entlassen."*

Happy Birthday Cornelia Funke

Die „Tintenkönigin“ oder auch „Die deutsche Rowling“ wird sie gern genannt - Cornelia Funke, eine der international erfolgreichsten deutschen Autorinnen, feierte kürzlich ihren 60. Geburtstag – wir gratulieren! Mehr als 60 Bücher in über 50 Sprachen hat sie herausgebracht und weltweit mehr als 26 Millionen Exemplare verkauft. Schon als Kind verschlingt sie die Geschichten um Jim Knopf oder Tom Sawyer und träumt davon, als Astronautin den Kosmos zu erobern...

Was inspiriert dich zu deinen Geschichten?
Alles :) Jeder Ort, jede Begegnung, jede Art von Lebensform, das Wetter ... die Welt ist aus Geschichten gemacht. Oder vielleicht ist es wahrer zu sagen: Geschichten sind aus der Welt gemacht.

Welches Buch hättest du gerne selbst geschrieben?
Oh, da gibt es viele: „Der König auf Camelot“ von T.J. White, „Die Brautprinzessin“ von William Goldman, „Jenseits von Eden“ von John Steinbeck, die Gedichte von Denise Levertov, „Dantons Tod“ von Georg Büchner usw.

Das Internet und digitale Medien beeinflussen das Leseverhalten. Wie nimmst du das wahr?
Das Lesen eines Buches hat sich für mich nicht geändert. Ich lese mehr Non-Fiction, aber ansonsten ist es dasselbe wunderbare Hineingehen in die Gedanken eines anderen Menschen. Und alles was man tun muss, ist die Seiten umblättern. Bei meinen Begegnungen mit meinen Lesern kann ich auch nicht wirklich eine Änderung spüren. Ich begegne derselben Liebe für Geschichten, die ich als Kind empfand und wie damals gibt es Kinder, die diese Zauberreisen gern machen und andere, die nicht mal durch die Tür gehen.

Was kannst du jungen Autoren mit auf den Weg geben?
Die erste Fassung immer mit der Hand schreiben. Stets ein Notizbuch dabeihaben und einen Stift. Und jede Idee aufschreiben, weil sie sich so leicht davonmachen. Außerdem – das Bild nicht unterschätzen! Bilder, Fotos, Skizzen als Inspiration benutzen. Und natürlich Musik!

Das Buch im digitalen Zeitalter

Immer mehr Verlage in Deutschland ergänzen ihre Angebote durch digitale Formate für die ganz jungen Leser. Die neuen Produkte bieten viele Lernmöglichkeiten, haben sich bei Eltern und Pädagogen aber noch nicht durchgesetzt.

Augmented Reality: Die erweiterte Realität ist auch in den Kinderzimmern angekommen. Mit Hilfe eines Smartphones oder Tablets können die Kinder z.B. bestimmte Stellen der bebilderten Sachbücher scannen und sogenannte Hotspots aufrufen. Dabei werden Erzähltexte, Stimmen, Geräusche oder Lieder abgespielt und Animationen auf dem Bildschirm eingeblendet. Auch Spiele lassen sich starten, bei denen die Kinder Objekte erkennen, sammeln oder zuordnen müssen.

Solche neuen Medien für Kinder kämpfen in Deutschland noch um Akzeptanz. Viele Eltern und Pädagogen tun sich schwer mit digitalen Formaten. Bei ihnen gilt nach wie vor das gedruckte Buch als seriöseres Medium.

Das sagen die Experten

Carolina Bosch und Sarah-Lisa Grundmann vom „J.P. Bachem Verlag“:
Die Anzahl der Leser sinkt zwar, doch werden die klassischen Bücher nicht gänzlich verschwinden. Dennoch wird es in der Zukunft vermehrt eine Mischung aus beidem geben: Das gedruckte Buch, angereichert mit digitalen Features. So bieten wir zum Beispiel bereits zu einigen unserer Sachbücher aus der Reihe „Bachems Wissenswelt" passende Apps oder eigene Internetseiten. Wir sehen das digitale Zeitalter nicht als Risiko, sondern als Chance, um neue Möglichkeiten zu entdecken.

Susanne Tiarks, Verlegerin, „Willegoos Verlag“:
Gedruckte Bilderbücher sind für viele Eltern mit kleinen Kindern immer noch selbstverständlich, gerade Wimmelbilder funktionieren auf einem Smartphone nicht gut. Das haptische Erlebnis gehört zum gemeinsamen Betrachten ebenfalls dazu. Auch allein können die Lütten ein Buch erleben, ein teures Smartphone überlässt man ihnen eher nicht. Größere Kinder können auch am Tablet oder mit einem Reader lesen, warum nicht?! Hauptsache, es wird gelesen. Und DAS ist das Problem, weniger das Medium. Das Medium Buch muss sich die Aufmerksamkeit inzwischen mit vielen anderen Unterhaltungsmöglichkeiten teilen, die immer umfangreicher werden. Die Aufmerksamkeit und die Aufnahmefähigkeit der Kinder bleibt aber gleich oder nimmt tendenziell eher noch ab. Immer mehr Menschen verbinden gedruckte Bücher inzwischen auch mit Entschleunigung und gehen bewusst auf Abstand von der allgegenwärtigen digitalen schnellen Welt. Der Geschwindigkeitsstress betrifft nämlich inzwischen auch immer mehr Kinder, die oft ein vollgepacktes Alltagsprogramm absolvieren müssen.

Kinderbuchlektorin Tatjana Kröll vom „Knesebeck Verlag“:
Je jünger die Zielgruppe, desto eher wird das gedruckte (Papp-) Buch das Medium der Wahl bleiben. So können die Kinder auch eigenständig die Lektüre auswählen und ansehen, ohne dass die Eltern Angst um ihre Elektronikgeräte haben müssen. Es gibt innovative Formate, die mit den Möglichkeiten der Apps und E-Books spielen (zum Beispiel unsere App-Geschichten „Die kleine Brilleneule“ und „Ist da ein Freund?“), sie tun sich aber oft noch im Handel sowie bei den Geschenkkäufern schwer. Auch ältere Kinder haben noch eine starke Bindung zum klassischen Buch, die oft von den Erwachsenen bewusst gefördert wird, um Bildschirmzeit einzuschränken und mal „abzuschalten“.

Friederike Wehse vom „moses. Verlag“:
Besonders bei belletristischen Texten ist das mobile Lesen natürlich praktisch. Aber das haptische Erlebnis eines Buches wird immer bestehen bleiben. Ein Buch muss man nicht aufladen, die Druckqualität von Bildern und die Lesefreundlichkeit ist digital einfach noch nicht darstellbar. Das Buch bleibt besonders für die jüngere Zielgruppe ein weiteres analoges Medium im Zusatz zu den neuen, digitalen Medien.

Herwig Bitsche vom „NordSüd Verlag“:
Gedruckte Bücher und digitale Inhalte können gut nebeneinander bestehen. Wer als Elternteil sich und seinem Kind einen Gefallen tun will, der verwende ein gedrucktes Bilderbuch. Nichts fördert die Lesefähigkeit eines Kindes besser als das „träge“ Medium Buch. Deswegen konzentrieren wir uns aus Überzeugung auf gedruckte Bilderbücher.

Verena Voges vom „Knesebeck Verlag“:
Je jünger die Zielgruppe, desto eher wird das gedruckte (Papp-) Buch das Medium der Wahl bleiben. So können die Kinder auch eigenständig die Lektüre auswählen und ansehen, ohne dass die Eltern Angst um ihre Elektronikgeräte haben müssen. Es gibt innovative Formate, die mit den Möglichkeiten der Apps und E-Books spielen (zum Beispiel unsere App-Geschichten „Die kleine Brilleneule“ und „Ist da ein Freund?“), sie tun sich aber oft noch im Handel sowie bei den Geschenkkäufern schwer. Auch ältere Kinder haben noch eine starke Bindung zum klassischen Buch, die oft von den Erwachsenen bewusst gefördert wird, um Bildschirmzeit einzuschränken und mal „abzuschalten“.

Tipp: Empfehlung der Stiftung Lesen

Lesen – dazu gehört auch und zunehmend stärker das Lesen digitaler Medien – muss Teil jeder Kindheit und Jugend werden. Dafür arbeitet die „Stiftung Lesen“ gemeinsam mit Partnern und vielen Ehrenamtlichen und vergibt nicht nur am bundesweiten Vorlesetag und am Welttag des Buches (23. April 2019) besondere Lese- und Medienempfehlungen, sondern zeichnet mit dem Qalitätssiegel Kinder- und Jugendzeitschriften und mit dem „Leipziger Lesekompass“ Kinder- und Jugendbücher aus, die Lesespaß mit kreativen Ansätzen der Leseförderung verbinden.

Welche Kinderbuch-Apps sind wirklich zu empfehlen? Und welche Regeln sollte man bei der Nutzung beachten? Auf www.stiftunglesen.de gibt es wertvolle Tipps und Empfehlungen. Passende Bücher in der Mediendatenbank suchen und finden oder auch spenden auf www.stiftunglesen.de

Die Stiftung Lesen steht unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten und wird von vielen deutschen Prominenten unterstützt: Hier lasen zum Beispiel Katja Riemann und Jimi Blue Ochsenknecht (Foto links) am Bundesweiten Vorlesetag 2015 den Kindern vor.

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