Kreativität - die unterschätzte Kompetenz

Kreativ sein ist in!

Kreativität - die unterschätzte Kompetenz

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Kreativ sein ist IN! Kreative Unternehmenskulturen, kreative Produkte, kreative Lösungen. Den Begriff Kreativität entdeckt man in fast jeder Stellenausschreibung. Doch was genau ist damit eigentlich gemeint und vor allem, wie bereiten wir unsere Kinder auf diese Anforderung vor? Das Wichtigste: Kreativität kann erlernt und geweckt werden. Wir haben uns auf die Suche nach Ansätzen gemacht.

Kreativität kommt vom lateinischen Wort creare, was „etwas neu schöpfen, erfinden, erzeugen,  herstellen“ bedeutet. Ebenfalls im Begriff enthalten ist das lateinische crescere, was für „geschehen und wachsen“ steht.

Im Alltag wird der Begriff Kreativität oft nur mit Berufen oder Tätigkeiten aus den Bereichen der bildenden und darstellenden Kunst verbunden – also mit Menschen, die schöpferisch oder gestalterisch tätig sind.

Aber Kreativität findet sich fast überall: in der Musik, in der Küche, in der Natur, im Sport und natürlich ganz besonders im kindlichen Spiel! Dort verbinden sich Fantasie und Logik, Vorstellungskraft und folgerichtiges Denken.

In der heutigen Zeit wird es immer schwerer eigene Erfahrungen zu sammeln. Kinder spielen auf eintönigen Spielplätzen mit gleichaltrigen Kindern. Sie leben in kleinen Familien, machen nur noch wenige Geschwistererfahrungen und stehen andauernd unter der Beobachtung der Eltern. Im Vordergrund steht inzwischen hauptsächlich der Konsum – kein Nährboden für Kreativität!

Aber gerade Kreativität wird in der Zukunft immer wichtiger. Unternehmen brauchen Mitarbeiter, die Probleme als Herausforderung verstehen, Lust auf Beschäftigung mit neuen Technologien haben, bereit sind, traditionelle Wege in Frage zu stellen und neue Wege zu beschreiten.

Kreativität braucht Freiheit

Kinder verfügen von Geburt an über einen angeborenen Entdeckungs- und Forschungsdrang. Leider bremsen die Erwachsenen sie dabei häufig aus, anstatt diese Fähigkeiten zu fördern. Sie brauchen entsprechende Impulse, Anregungen, Materialien und gemeinsame Unternehmungen, Bestätigungen und Ermutigungen um die Kreativität weiter zu entwickeln. Einfachste Formel: Kinder brauchen Freiheit, Zeit und Ermutigung.

So wächst Kreativität

Kinder brauchen Zuspruch, sie wollen gelobt werden, wenn sie sich Dinge anders vorstellen, als sie tatsächlich sind, wenn sie ungewöhnliche Lösungsvorschläge machen, Gegenstände anders benutzen, als wofür sie gedacht sind. Kinder erfinden eigene Spielregeln und funktionieren Spiele einfach um. Dabei sollten sie nicht gestoppt, sondern sogar unterstützt werden. Man muss sie auch einfach mal plappern und experimentieren lassen. Mitteilungsbedürfnis und Neugierde können nervig sein, müssen für Kreativität aber eher gewürdigt werden.

Man sagt, das kreative Kind...

• ...kann auch „um die Ecke“ denken.
• ...denkt selbstständig und neu - übernimmt also nicht immer die Denkmuster der Erwachsenen.
• ...macht eigene Erfahrungen, beschreitet auch lange und umständliche Wege und kommt zu eigenen Ergebnissen.
• ...kann sich schneller auf neue Situationen einstellen, improvisiert und löst sich von klassischen Denkmustern.
• ...ist besonders sensibel im Bereich der Wahrnehmung und hat häufig ein gutes Sozialverhalten.
• ... findet neue Wege und arbeitet und spielt fantasievoll mit anderen zusammen.
• ...lässt sich gerne auf Neues ein, reagiert auf Anstöße von außen und kann sich Dinge auch ganz anders vorstellen.
• ... zeichnet sich durch Originalität, Spontaneität und Mut, sich anders auszudrücken, aus.

Spiele, die Kreativität anregen:

• Was-wäre-wenn-Spiel: Was wäre, wenn wir alle fliegen könnten?
… wenn es kein Internet gäbe?
… wenn wir Wände hoch gehen könnten?
… wenn die Kinder das Sagen hätten?
… wenn es keine Gesetze gäbe?

• Eine Geschichte beginnen, die vom Kind beendet wird
• Sich einen Gegenstand nehmen und überlegen, welche Geschichten dieser wohl zu erzählen hätte
• Rollen- und Verkleidungsspiele
• Mund/Nase auf, Augen zu. Hier ist Vertrauen gefordert: Der Kandidat schließt die Augen und muss erschmecken oder erriechen, was gereicht wird. Geschmacksgrenzen beachten! 

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