INTERVIEW: JOHANNES STRATE

„Ich bin mit absolutem Fernsehverbot aufgewachsen“

INTERVIEW: JOHANNES STRATE

Matthias Arni Ingimarsson

Vom Schulbandmusiker zum Chartstürmer: „Revolverheld“-Frontmann Johannes Strate hat an seinen Träumen und Zielen konsequent festgehalten und sie erfolgreich umgesetzt. Mit zehn Jahren nahm er Gitarrenunterricht, mit 14 gründete er seine erste Band. Die „Revolverheld“-Single „Halt dich an mir fest“ wurde über 150.000 mal verkauft und bekam Gold. Derzeit in den Charts ist der Song „Ich lass für dich das Licht an“ aus seinem aktuellen Album. In ALSTERKIND spricht er über seine Karriere und über seinen größten Erfolg abseits des roten Teppichs – seine Rolle als Vater.

Du saßt gerade in der Jury von „The Voice Kids“, musstest Kindern ihre Illusionen nehmen und konntest anderen große Hoffnungen machen. Was macht dir an solchen Aufgaben am meisten Angst?
Bei „The Voice Kids“ geht es nicht wie bei „DSDS“ darum, Kandidaten bloß zu stellen, sondern ausschließlich darum, echte Talente zu finden und zu fördern. Daher gibt es eine sehr spezifische Vorauswahl, die von Psychologen und Pädagogen begleitet wird. Wer es danach in die Sendung schafft, ist sowieso schon ein Gewinner, aber natürlich ist es nie schön, wenn ein Weg zu Ende geht.

Dein Sohn singt dir später etwas vor, ist von sich begeistert – es ist aber grauenvoll. Bist du Diplomat oder direkt?
Ich sage es ihm diplomatisch aber ehrlich. Ich hoffe aber, dass er genug gesunde Selbsteinschätzung besitzt, dass er es selbst merkt.

Du bist jetzt viel im Fernsehen zu sehen – Wie gehst du mit dem TV-Verhalten eures Sohnes um?
Ich bin mit absolutem Fernsehverbot aufgewachsen und das wird unser Sohn auch. Bis auf „Sandmännchen“ oder „Sesamstraße“ und Papa`s Auftritte hin und wieder läuft da nichts.

Wenn du die Beziehung zu deinem Vater vergleichst, was willst du in der Erziehung ähnlich machen und was sollte anders laufen?
Mein Vater konnte als Lehrer viel Zeit mit mir verbringen. Wir hatten viel Spaß und eine liebevolle Beziehung zueinander. Allerdings war er nicht besonders konsequent, was ich natürlich ausgenutzt habe. Auch ich möchte in den entscheidenden Momenten immer für meinen Sohn da sein und bei seinen Schulaufführungen immer stolz in der zweiten Reihe sitzen. Die Zeitverteilung ist bei uns etwas anders, da meine Freundin als Schauspielerin und ich als Musiker häufiger nicht zu Hause sind. Aber wenn ich dann da bin, schmeißen und genießen mein Sohn und ich den Männerhaushalt.

Wenn wir deinen Sohn in 20 Jahren nach dir befragen, was wünscht du dir, das er antwortet?
Ich habe einen coolen Papa, der mir immer ein guter Freund ist und in den entscheidenden Momenten immer für mich da war.

Revolverheld ist aktuell wieder on Tour – Welcher Auftritt wird dir immer in Erinnerung bleiben und warum? 2007 spielten wir klitschnass auf dem „Rock am Ring“-Festival bei heftigstem Regen – das war schon spektakulär … Und auch an unseren Auftritt beim Fußball EM-Fanfast 2008 am Brandenburger Tor vor einem Millionenpublikum denke ich gern zurück.

In unserer Titelgeschichte stellen wir tolle Kurztrips in den Norden vor. Welchen Ort kannst du empfehlen?
Ich bin und bleibe ein „Nordlicht“ und liebe den Norden. Ob mal schnell zum Kurzurlaub nach Travemünde an die Ostsee oder mit etwas mehr Zeit nach Spiekeroog an die Nordsee. Als Kind war ich sehr oft auf Spiekeroog. Meine tollen Kindheitserinnerungen erlebe ich mit meinem Sohn dort heute erneut. Wir fahren auch gern einfach mal nach Wittenbergen. Aber in Hamburg sind auch die Standperle oder die Alsterwiesen toll.

Steckbrief
Name: Johannes Strate
Geboren: 17. März 1980
Wohnort: Hamburg
Kinder: Sohn Emil (geb. 17.12.2012)
Alben: 2013: „Immer in Bewegung“, 2010: „In Farbe“, 2007: „Chaostheorie“, 2005: „Revolverheld“

Mein/e Lieblings ...
Band? Pearl Jam
Gericht? Griesauflauf von Mama
Held der Jugend? Sting
Kinderbuch? Mein Esel Benjamin
Buch? „Kill your Friends“ von John Niven

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