Abenteuer Kinderzimmer - Lieblingsort, Größe etc.

So fühlen sich Kinder wohl

Abenteuer Kinderzimmer - Lieblingsort, Größe etc.

Foto: Fotolia

In den ersten Lebensjahren übernehmen die Kinder die Wohnung. Überall liegen Legosteine und Bauklötze herum, im Wohnzimmer wird gespielt, getobt, gebastelt und gesungen. Das Kinderzimmer diente nur als Schlafplatz. Zur Erleichterung der meisten Eltern ändert sich das Verhalten der Kids mit dem Älterwerden. Sie wollen nun einen Raum für sich, maximal geteilt mit ihren Geschwistern. Hier wollen sie in Ruhe spielen, basteln, Musik hören und chillen. Wie sollte das Zimmer am besten gestaltet sein, damit die Kids sich auch wohl darin fühlen? Dabei geht es nicht nur um die Möbel. Eltern sollten auch auf gesunde Materialen, Beleuchtung, Farbe und Sicherheit achten. Wir geben Tipps für das Abenteuer Kinderzimmer.

Das liebe ich an meinem Kinderzimmer!

Hannah, 7 J.:
„Am liebsten sitze ich in meinem schönen bunten Sessel. Hier mache ich es mir dann gemütlich und höre CDs oder schaue mir Bücher an.“
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Max, 5 J.:
„Mein Lieblingsplatz im Kinderzimmer ist mein Hochbett. Da kuschel ich mich gerne rein und unten drunter kann ich tolle Höhlen bauen!“
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Lara Marie, 10 J.:
„Am liebsten sitze ich an meinem Schreibtisch und bastle Sachen für meine Schleich-Pferde.“
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Luuc, 10 J.:
„Ich finde es toll, Platz auf dem Fußboden zu haben. Hier auf dem Teppich spiele ich, kann lesen oder mache auch mal Hausaufgaben.“.
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Die Größe der Kinderzimmer variiert

In seiner Funktion ist ein Kinderzimmer heute sowohl Schlaf- als auchWohnzimmer. Ebenso bedeutend ist seine Funktion als Spielzimmer und sozialer Rückzugsraum. Wie groß sollte dieser Raum also optimal sein?

Die folgende Grafik zeigt, dass sich die meisten Eltern ein Kinderzimmer von etwa 16 bis 20 m² wünschen. Ein Zimmer von bis zu 10 m² ist dem Großteil der Eltern eindeutig zu klein.

Wir sprachen mit Immobillien-Experte Philipp Krohn über die optimale Größe eines Kinderzimmers.

Immobilienfachmann Philipp Krohn, Geschäftsführer Dahler & Company Alster-West:
„In der Regel versuchen Bauherren Kinderzimmer mit 15 bis 18 m2 und mit großen Fensterflächen – teilweise bodentief - zu realisieren. Bei Altbauwohnungen mit dem typischen Hamburger Knochengrundriss geht der Trend dahin, die mittig gelegene Küche in die zwei hellen, herrschaftlichen Räume im vorderen Bereich als offene Küche zu integrieren, um ein zusätzliches Kinderzimmer zu gewinnen. Beim Neubau-Grundriss geht der Trend hin zu mehr Zimmern auf weniger Fläche, um auch 2 bis 3 Kinder unterbringen zu können. Das sind aber häufig nur noch 12 - 14 m2 große Räume. Ein gesetzlich vorgeschriebenes Minimum an Quadratmetern für Kinderzimmer gibt es in Deutschland nicht. Allerdings darf man erst von einem Zimmer sprechen, wenn der Raum 9,5 m2 groß ist.“

Ein gemeinsames Kinderzimmer? Eine Frage des Alters

Kleinkinder
Für Kleinkinder sind soziale Kontakte zu anderen Kindern wichtig: Interessen und Vorstellungen entwickeln, sich vergleichen, kommunizieren und Rücksichtnahme lernen. Haben die Kinder einen geringen Altersunterschied, kann ein gemeinsames Reich diese Entwicklungsschritte fördern. Problematisch kann ein gemeinsames Zimmer bei Kindern bis zum Grundschulalter mit einem Altersunterschied ab etwa vier Jahren werden. Die Interessen, Fähigkeiten und Spielideen weichen dann oft stark voneinander ab.

Kinder im Grundschulalter
Je älter die Kinder werden, desto mehr eigene Interessen entwickeln sie. Auch im Grundschulalter kann ein gemeinsames Kinderzimmer Vorteile haben: Es ist immer ein Gesprächs- und Spielpartner da, Hausaufgaben können zusammen gemacht werden u.v.m. Andererseits wünschen sie sich vielleicht mehr Privatsphäre. Häufig finden die Geschwister eigene Freunde und die Vorstellungen von Spiel und Spaß können dann voneinander abweichen. Auch bei verschiedenen Geschlechtern können Konflikte entstehen.

Größere Schulkinder
Mit dem Schulwechsel ändern sich die Anforderungen, eventuell auch die Interessen und Freundeskreise. Geschwister, die sich gut verstehen, können von einem gemeinsamen Zimmer profitieren, indem sie sich gegenseitig Halt geben und bei Problemen in der Schule oder mit den Eltern einen vertrauten Ansprechpartner haben. Allerdings bringt die Vorpubertät im Alter von 11 bis 14 Jahren auch erste hormonelle Veränderungen mit sich: Stimmungsschwankungen, Streitigkeiten und auseinandergehende Interessen können dann ungünstig für ein gemeinsames Zimmer sein.

Kinder in der Pubertät
Pubertierende Kinder sollten zwar in der Lage sein, sich zu arrangieren und Kompromisse zu schließen, die pubertären Einflüsse können jedoch überwiegen. Die Pubertät ist mit emotionalen Veränderungen verbunden, die eigene Sexualität wird entdeckt, die Interessen ändern sich. Ein eigenes Reich ist dann häufig unumgänglich.

Resüme
Kleinen Kindern mit geringem Altersunterschied fällt es oft leichter, sich ein Zimmer zu teilen. Mit zunehmendem Alter birgt das gemeinsame Reich auch Konfliktpotenzial. So kann ein Kind im Grundschulalter damit überfordert sein, sich mit dem zweijährigen Geschwisterchen zu arrangieren. Lässt die Wohnsituation nur ein gemeinsames Kinderzimmer zu, ist eine Raumaufteilung sinnvoll, um jedem Kind eine Rückzugsmöglichkeit zu geben.

Die Geschichte der Kinderstube

Zimmer speziell für Kinder sind eine relativ junge Entwicklung. In Deutschland tauchen Kinderstuben erstmals im Laufe des 18. Jahrhunderts in den Häusern des Großbürgertums auf und beginnen im 19. Jahrhundert auch andere Bevölkerungsschichten zu erreichen. Zuvor waren der Dachboden oder das elterliche Schlafzimmer der Schlafplatz für den Nachwuchs, da man wenig Rücksicht auf das Spielbedürfnis der Kinder nahm.

Aus der Anfangszeit der Kinderstuben stammen auch die Redewendungen „..eine schlechte Kinderstube haben..." oder gar „...im Galopp durch die Kinderstube geritten sein...". Beides soll ausdrücken, dass jemand schlechtes Benehmen an den Tag legt oder schlechte Manieren besitzt.

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