Musik macht Spaß, glücklich – und schlau!

Musik macht Spaß, glücklich – und schlau!

„Wann hat deine Tochter eigentlich mit Geige begonnen?“, „Steht dein Sohn auch so auf Schlagzeug?“, oder „Wie viel Geld muss ich für ein Klavier ausgeben?“. Mit Fragen wie diesen stehen wir nicht alleine da. Vielen Müttern und Vätern ist es wichtig, ihr Kind in musikalischer Richtung optimal zu fördern. Das Erlernen eines Instrumentes erfordert viel Zeit, Geduld und zum Teil immense Kosten. ALSTERKIND hat sich in der Umgebung umgehört, wann sich diese, manchmal einem Kleinwagen entsprechende Investition, lohnt und wie früh man mit welchem Instrument am besten startet.

Musikalische Früherziehung schult Sprache, Motorik und Emotionen

Kirsten Hansen vom „Musikgarten“ in Uhlenhorst

Ab welchem Alter fängt man idealerweise mit musikalischer Früherziehung an und was wird geschult?
Schon Babys im Mutterleib reagieren auf Musik, ab dem ersten Tag hören sie auf Klänge, Gesänge und Geräusche. Gerade in den Eltern-Kind-Kursen wird das gemeinsame Erleben von Musik gefördert. Rasseln, Glöckchen, Klanghölzer und Tücher kommen zum Einsatz, um zusammen Lieder zu singen und zu gestalten. Die Lieder können beruhigend oder anregend sein und schulen die Sprache, die Motorik und die emotionale Entwicklung.

Was bewirkt das frühe Heranführen an die Musik?
Mit Musik werden die Kinder, egal in welchem Alter, in ihrer Ganzheit gefördert. Fingerspiele und Kniereiter fördern die Körperwahrnehmung. Das Spiel auf und mit Instrumenten schult die taktilen Sinne und fordert auf zum Experimentieren, Lauschen und Spielen. Geschichten fördern die Fantasie und lassen z.B. Tiere lebendig werden. Der Gesang vereint dies alles und unterstützt die Koordination und das soziale Miteinander. Im Vordergrund steht für die Kinder aber immer der Spaß und das gemeinsame Erleben und Entdecken der Musik.

Beata Antczak von „Kinder lieben Musik“ in Eimsbüttel

Wie führt man Kinder am besten an Musik heran, und was steht dabei im Vordergrund?
In einem guten Musikunterricht stehen immer das Vermitteln der musikalischen Inhalte und der Instrumentaltechniken im Vordergrund. Dabei sollten Kinder gar nicht wahrnehmen, dass sie etwas lernen oder gar leisten müssen. Ganz wichtig ist es zu beachten, dass Spaß und Freude am Musizieren nur dann zum Ausdruck gebracht werden können, wenn die musikalischen Hintergründe begriffen und erlernt wurden. Da der Musikunterricht gleichermaßen die motorische, emotionale und rationelle Ebene des Menschen fördert, nimmt er positiven Einfluss auf die persönlichen Fähigkeiten und leistet einen enormen Beitrag zur Entwicklung sozialer und persönlicher Kompetenzen.

Eve Hirsch von „Kindermusik with Eve“ in Winterhude

Inwieweit unterstützt Musik das Erlernen einer Sprache?
Studien zeigen, dass es viel leichter fällt, eine Sprache durch Musik zu erlernen. Kinder entwickeln mit Hilfe von Musik ein besseres phonetisches Bewusstsein, was sich in einer besseren Aussprache und einem besseren Verständnis der geschriebenen Sprache zeigt. Außerdem lernen Kinder durch Musik einfach Melodie und Klang einer Sprache, ohne sich großartig anstrengen zu müssen und haben auch noch Spaß dabei. Wenn Worte in Zusammenhang mit Musik gebracht werden, fällt es viel leichter, sich komplexe Satzstrukturen und Texte zu merken.

Macht Musik schlau?
Musik stimuliert das Gehirn, wodurch neuronale Verknüpfungen in allen zum Lernen notwendigen Bereichen aufgebaut werden: dem kognitiven, emotionalen, sozialen und physischen. Das gesamte Gehirn des Kindes ist involviert. Insofern stimmt es, dass Musik Kinder intelligenter macht. Studien belegen, dass Kinder, die ein Instrument lernen, einen höheren Intelligenzquotienten haben als Kinder, die dies nie getan haben. Entscheidend finde ich allerdings auch die Frage, ob Kinder Spaß an der Musik haben. Wenn Kinder lebenslange Freude und Interesse an der Musik entwickeln, wird sie dies ein Leben lang begleiten und Trost und Freude schenken. Deshalb beantwortet sich für mich die Frage, ob Musik schlau macht, durch die Beobachtung, dass schlaue Menschen Musik machen.

Gesang als Instrument zum Glücklichsein

Maren Hagemann-Loll, Chorleiterin der „Staatlichen Jugendmusikschule“ in Harvestehude

Was bedeutet Singen für die kindliche Entwicklung?
Singen fördert die Entwicklung von Kindern in allen körperlichen, geistigen und sozialen Bereichen – besonders in der Sprachentwicklung, im Sozialverhalten und in der Aggressionsbewältigung. In neurobiologischen und physiologischen Studien wurde festgestellt, dass Singen in unserem Gehirn die vermehrte Produktion von Glückshormonen und den Abbau von Aggressionshormonen fördert. Je nach technischer Anforderung können ab einem Alter von 5 Jahren Musikinstrumente erlernt werden, jede musikalische Vorerfahrung bereichert natürlich auch hier die weitere Entwicklung. Gleichermaßen für den Gesang wie für das Instrumentalspiel gelten die Ergebnisse der Hirnforschung: Das aktive Musizieren fördert die Intelligenz, da es beide Gehirnhälften und deren Vernetzung aktiviert. Das gemeinsame Musizieren (sei es im Chor, im Instrumentalensemble, Orchester oder in einer Band) unterstützt die soziale Kompetenz im konzentrierten Zuhören, Wahrnehmen und Gestalten.

Inken Rahardt, Intendantin vom „Opernloft“

Klassik für Kinder - oftmals schwere Kost. Wie machen Sie diese Musik den Kindern leicht zugänglich? Mir persönlich liegt es am Herzen, die Fantasie der Kinder anzuregen, sie nicht einfach nur zu bespaßen. Wir schreiben extra Fassungen, die den einzelnen Altersgruppen angepasst sind. Im Opernloft sitzen die Kinder auf gemütlichen Sitzkissen mit ausreichend Bewegungsfreiraum direkt vor der Bühne.

Wie alt sollten Kinder sein, um eine Oper verstehen zu können?
Kinder nicht zu überfordern ist die eine Sache, wichtiger als das ist es aber, die Kinder nicht zu unterfordern, da sie auch schon in einem sehr jungen Alter viel verstehen und aufnehmen können. Vielleicht nicht jedes Wort oder die komplette Handlung, aber dafür die Emotionen, die durch die Musik transportiert werden. Das Opernloft bietet bereits Oper für Kinder ab drei Jahren an. Wir glauben, dass Kinder grade auch abstraktes Theater sehen sollten. Theater und Oper sind eben etwas anderes als Kino und Fernsehen und sollen zum Denken anregen. Natürlich macht auch das großen Spaß!

Wieso sind Opern eine Bereicherung für Kinder?
Oper öffnet die Sinne und spricht in der Kombination von Musik und Schauspiel den ganzen Menschen an – sein Gefühl und sein Gehirn. Hilfreich ist es natürlich, früh mit klassischer Musik in Kontakt zu kommen, damit erst gar keine Berührungsängste vor der Kunstform Oper auftreten.

Welches Instrument passt zu meinem Kind

Lukas Tügel, Geigenlehrer und Leiter der Musikschule „Hausmusik“ in Eimsbüttel

Wie findet man das passende Instrument?
Natürlich sollte das Instrument in erster Linie durch das Kind selbst gefunden werden. Um einen Überblick über die Instrumente zu bekommen, bieten die meisten Musikschulen (auch „Hausmusik“) sogenannte Instrumentenkarussells beziehungsweise Schnupperkurse an, in denen die Kinder diverse Instrumente spielerisch erforschen und ausprobieren und etwas über die Bau- und Funktionsweise erfahren. Bei der Wahl der meisten Blasinstrumente müssen - vor allem bei kleineren Kindern - anatomische Voraussetzungen (Körpergröße/Entwicklung des Gebisses) mitberücksichtigt werden.

Wie viel Einfluss sollten Eltern bei der Suche nehmen?
Die Kinder können eine zielsichere Entscheidung am besten dann treffen, wenn sie schon eine klare Klangvorstellung der Instrumente besitzen. Hier können die Eltern unterstützen, indem sie mit den Kindern viel Musik hören (z.B. „Peter und der Wolf“ und „Karneval der Tiere“) und dabei die Aufmerksamkeit auf die einzelnen Instrumente lenken. Noch förderlicher ist es natürlich, das Spielen auch zu sehen. Hierfür bieten viele Orchester und Ensembles regelmäßig Kinderkonzerte an.

Blasinstrument …

Nikola Vatterodt, vom „Hamburger Mozarteum“ in Winterhude

Was macht die Flöte zu einem idealen „Einstiegsinstrument“?
Mit welcher Flöte beginnt man (Blockflöte, Sopranblockflöte, Alt-, Tenor- oder Bassflöte, Querflöte)? Die Sopran-Blockflöte ist ein gutes Einstiegsinstrument, weil sie leicht spielbar, schon für kleine Hände zu greifen und günstig in der Anschaffung ist. Außerdem kann Blockflöte gut in Gruppen unterrichtet werden, was jüngeren Kindern oft mehr Spaß macht. Das Einstiegsalter liegt bei etwa 5 bis 7 Jahren. Für die größeren Flöten, Alt-, Tenor- und Bassflöte, braucht man längere Finger, so dass diese später sukzessive dazukommen können (8-14 Jahre).

Bietet die Flöte gute Grundlagen, um evtl. später Klarinette oder Saxophon zu erlernen?
Da die Griffe auf den meisten Holzblasinstrumenten ähnlich sind, kann man von der Blockflöte später leicht zu Klarinette, Saxophon, Querflöte, Oboe oder Fagott wechseln. Allerdings muss man für diese Instrumente eine neue Anblastechnik lernen. Auch Querflötenunterricht kann früh, nämlich mit circa 7 Jahren begonnen werden. Allerdings braucht man anfangs ein speziell gebogenes Kopfstück, da man für das Halten einer normalen Querflöte nämlich lange Arme besitzen muss! Um sich auf die Klarinette oder das Saxophon vorzubereiten, können Vorschul- und Grundschulkinder zunächst mit dem Clarineau beginnen, das wie eine Blockflöte gegriffen wird, aber ein klarinetten- bzw. saxophonähnliches Mundstück hat und leichter spielbar ist.

Was kosten diese Instrumente?
Sopran: 30 -1000 Euro. Eine gute, robuste Anfänger-Vollholzflöte liegt bei 40-50 Euro. Neue Blockflöten unter 20 Euro sind nur als Spielzeug geeignet (schlecht gefertigt, bzw. aus Plastik, die klingen nicht gut!) Altflöte: 150-2.000 Euro, Tenorflöte: 200-3.000 Euro, Bassflöte: 400-5.000 Euro (Sub-Großbass), Querflöte: 200-20.000 Euro.

… oder Saiteninstrument

Jan Wölke, Musiktherapeut, unterrichtet im „Musikzimmer Winterhude“

Die Gitarre gilt als beliebtestes Instrument sowohl bei Kindern als auch bei Eltern - ab wann kann Gitarre gelehrt werden?
Meiner Erfahrung nach haben Kinder schon mit 4 oder 5 Jahren Spaß an diesem Instrument. Bei uns können Kinder ab 6 Jahren Unterricht nehmen. Sie können sich dann über einen längeren Zeitraum konzentrieren und haben auch Spaß am Notenlesen.

Worauf kommt es beim Gitarrespielen an?
Man muss weder talentiert noch besonders musikalisch sein. Zuerst geht es um einfache Techniken, die Jeder lernen kann. Mit ein wenig Fleiß beim Üben überträgt sich das Verstandene in die Finger. Für wirklich schwere Songs erstellen wir einfache Gitarrenarrangements und können unsere Schüler so recht schnell zu ihrem Wunschergebnis führen. Schüler, die schon improvisieren wollen, sollten ein musikalisches Gespür haben, um gute Erfolge zu erzielen. Hier spielt die Gehörbildung, die Verbindung von erlernten Techniken und der Emotion des Musikers eine große Rolle.

Welche Gitarre eignet sich am besten zum Erlernen?
Ich empfehle immer, mit der Konzertgitarre zu beginnen. Diese ist „fingerfreundlicher“ mit Nylonsaiten bestückt. Anfänger können so länger üben. Die Hornhaut auf den Fingerkuppen bildet sich bei regelmäßigem Üben recht zügig, weshalb später dann auch gern auf die Western- oder E-Gitarre umgestiegen werden kann.

Viele Kinder lieben die E-Gitarre - was ist das Besondere daran, und worauf muss man sich beim Erlernen einstellen?
Die E-Gitarre ist für viele junge Menschen der Inbegriff von Rock´n´Roll, weil ihre großen Idole damit die Songs ihrer Generation spielen. Musikalisches Können fasziniert ebenfalls. Die E-Gitarre wird hauptsächlich mit dem Plektrum gespielt (ein kleines Plastikplättchen zum Anspielen der Saiten). Es gibt diverse Anschlagstechniken zu erlernen, die auf der Konzertgitarre so nicht stattfinden. Es ist möglich, eine große Vielfalt an Sounds zu produzieren. Wenn der Musiker in der Lage ist, auch mit schlechtem Equipment das Beste zu zaubern, stimmt die Basis. Alles andere kann man in Form von Effekten, guten Verstärkern und Gitarren kaufen. Bei uns werden auch gerne verschiedene Instrumente miteinander verknüpft. So nehmen Gesangsschüler für Ihre eigene Begleitung Gitarrenstunden, Gitarrenschüler bitten einen Celloschüler um Begleitung oder Bassisten und Gitarristen tun sich zusammen, um eine Band zu gründen.

Nikolaus Osann von „Geigenbau Schellong Osann“

Ab wann kann ein Kind Geige lernen?
Viele unserer Kunden, die internationale Solisten oder professionelle Geiger geworden sind, haben schon schon mit 4 Jahren angefangen, Geige zu spielen. Diese Kinder haben häufig von sich aus den Drang, Geige zu spielen, obwohl die Eltern manchmal überhaupt nichts mit Musik zu tun haben und völlig überrascht sind. Man kann aber natürlich auch viel später mit Geige beginnen.

Was für physische Voraussetzungen sollte man mitbringen?
Besonders zartbesaitet muss man nicht sein. Viele gute Geiger oder Cellisten sind auch sehr energische, sportliche Menschen, die sich an ihrem Instrument regelrecht abreagieren. Feinmotorik, Konzentration und Muskulatur werden sogar in einer Weise gefördert, wie sie in unserem Alltag sonst fast nicht mehr vorkommt, wobei natürlich Fehlhaltungen vom Lehrer korrigiert werden müssen.

Worauf muss man besonders achten?
Wichtig, gerade bei sehr kleinen Kindern, ist ein Lehrer, der in der Lage ist, musikalische und instrumentale Fähigkeiten zu vermitteln, ohne die Würde des Kindes zu verletzen. Musik ist etwas sehr Persönliches und Intimes, und gerade begabte Kinder werden stark von unfähigen Pädagogen beeinträchtigt. Eltern sollten sich bei der Auswahl des Lehrers auf ihr Gefühl, den ersten Eindruck und die Meinung des Kindes nach einer Probestunde verlassen.

Wie oft sollte das Kind pro Woche üben, um das Instrument zu beherrschen?
Eine natürliche Unlust eines Kindes zu üben ist normal. Am Anfang reichen 10 bis 30 Minuten täglich.

Was kostet eine Geige?
Was kostet das Mieten einer Geige? Der Preis für eine Geige liegt zwischen 40 Euro auf dem Grabbeltisch und 14 Millionen Euro. Eine gut spielbare Kindergeige kostet mit Etui und Bogen ab ca. 400 Euro. Billige Internetgeigen, die angeblich in Meisterwerkstätten spielfertig gemacht werden, müssen fast immer für mehrere Hundert Euro überarbeitet werden, um sie in einen gut spielbaren Zustand zu versetzen. Die monatliche Miete für eine Geige beträgt bei uns mit Kasten und Bogen 12 Euro.

Teamgeist und rhythmische Unabhängigkeit mit dem Schlagzeug

Stephan Preussner unterrichtet seit 10 Jahren in der „Yamaha Music School“ in Eppendorf

Ab wann wird Schlagzeug gelehrt und was wird damit geschult?
Schlagzeug beginnt man in der Regel zwischen dem 6. und dem 8. Lebensjahr. Entscheidend dabei ist, dass das Kind sitzend mit beiden Füßen auf dem Boden steht, da alle vier Gliedmaßen zum Einsatz kommen müssen. Geschult wird besonders die Koordination, Körperwahrnehmung, rhythmische Unabhängigkeit, räumliches und zeitliches Denken, Konzentrations- und Teamfähigkeit bereits von Beginn an. Das Schlagzeug fördert besonders bei hyperaktiven Kindern die Konzentrationsfähigkeit, und die Kinder können sich dabei mit Spaß körperlich auspowern.

Wie lange braucht man, um das Schlagzeug zu beherrschen?
Bereits nach der Probestunde kann man in der Regel einen Grundrhythmus spielen. Man hat also sehr schnelle Erfolgserlebnisse, die das Selbstvertrauen und die Motivation steigern. Wir spielen zu Playbacks und sogenannten Midifiles, wobei das Tempo regulierbar ist und wir uns so optimal auf das Niveau jedes Spielers anpassen können.

Bildet das Schlagzeug als Einstiegsinstrument eine gute Grundlage zum Erlernen anderer Instrumente?
Das Schlagzeug bildet die beste rhythmische Grundlage für andere Instrumente. Es ist das Bandinstrument und es schafft optimales Bandfeeling. Neben dem Schlagzeug wird gern ein melodisches Instrument wie Klavier oder Gitarre gewählt. Bei uns kann man in Probestunden gern viele Instrumente ausprobieren, bevor man sich für eins entscheidet. Dabei stehen auch die Lehrkräfte individuell beratend zur Seite.

Wie hoch sind die Kosten für ein Schlagzeug?
Ein akustisches Schlagzeug kostet um 800 Euro, ein elektronisches (Bild unten) um 600 Euro.

Klavier – Der Klassiker

Knut Hamann vom „Pianohaus Hamann“ in Winterhude

Ab wann sollte man mit dem Klavierspielen beginnen?
Man kann bereits mit 4 Jahren beginnen. Das Problem in diesem Alter ist nicht die Fingerfertigkeit oder die Aufnahmebereitschaft, sondern das regelmäßige Trainieren. Üblicher ist der Start mit 6-7 Jahren, wo die Kinder schon etwas disziplinierter sind. Beginnt man später, ist es schade um die Zeit, in der die Kinder den Stoff wirklich leicht aufnehmen können und auch wollen. Eine musikalische Vorbildung in Form von Blockflötenunterricht mit 4-6 Jahren oder auch das Singen im Chor begünstigt ein leichteres Klavierlernen. Wichtig ist, dass nur das regelmäßige Üben zu Erfolgen führt und zum Weiterspielen motiviert.

Wie finde ich das richtige Klavier für mich?
Ich rate auf jeden Fall zu einer ausführlichen Beratung im Fachgeschäft. Ich nehme mir viel Zeit für Interessierte, führe unterschiedliche Klaviere in der gewünschten Preisklasse vor und zeige, was einen guten Klang ausmacht und wie wichtig ein guter Klang besonders für den Anfang ist. Man spielt gleich viel lieber auf einem Klavier, das nicht nur gut aussieht, sondern auch gut klingt und das man einfach mag. Am besten beginnt man mit der Miete eines Klaviers. Hat man ein Klavier gefunden, das optisch, preislich und melodisch zu einem passt, kann man so zu Hause wunderbar testen, ob man Spaß und auch Erfolge mit dem Spielen hat. Das Geld für die Miete ist nicht weg, sondern wird beim späteren Kauf dann angerechnet.

Was kostet ein Klavier beim Kauf und zur Miete?
Ein neues Klavier kostet bei mir ab 3.000 Euro. Ich biete aber auch gebrauchte und von mir restaurierte Modelle, die technisch und optisch neuwertig sind, ab 2.000 Euro an. Die Mietpreise liegen monatlich zwischen 50 Euro und 120 Euro.

Macht der Kauf eines Digital-Pianos Sinn, wenn man geräuschempfindliche Nachbarn hat?
Davon würde ich komplett abraten. Zum einen sind die elektronischen Modelle nicht viel preisgünstiger als akustische Klaviere und zum anderen ist gerade der Klang so entscheidend beim Erlernen. Jeder hat das Recht auf Hausmusik, wenn man sich daran hält, nicht vor 8 Uhr morgens, nicht zwischen 13 und 15 Uhr und nicht nach 22 Uhr abends zu Spielen.

Worauf muss man achten, wenn man ein Klavier zu Hause hat?
Wichtig ist, das Klavier wenn möglich alle 6 bis 12 Monate stimmen zu lassen. Nur dann ist ein bleibender guter Klang gewährleistet. Das Stimmen kostet im Durchschnitt um 100 Euro. Ebenso sollte man besonders im Winter darauf achten, dass das Klavier immer genug Luftfeuchtigkeit umgibt.

Die Exoten …

Axel Thomas, Musikwissenschaftler und Leiter der Musikschule „Abenteuer Musik“ in Eimsbüttel

*Ab welchem Alter eignen sich „exotische“ Instrumente wie Melodica, Bajan oder Mandoline?
Sind das gute Einstiegsinstrumente? Die Melodica ist ein sehr gutes Einstiegsinstrument. Im Gegensatz zur Blockflöte, in die man hineinbläst und gleichzeitig die Löcher zuhalten muss, bläst man in die Melodica und drückt dabei wie beim Klavier Tasten, um Töne zu erzeugen. Die Melodica kann man bereits ab drei Jahren sowohl alleine als auch in der Gruppe spielen, und sie ist mit circa 40 Euro auch kostengünstig. Das Bajan ist eine besondere Variante des Knopf-Akkordeons. Während das Akkordeon auf der einen Seite Tasten und auf der anderen Seite Knöpfe hat, befinden sich auf dem Bajan unter anderem auf beiden Seiten Knöpfe. Kinder beginnen in der Regel ab fünf Jahren mit dem normalen Akkordeon, das es auch in Miniaturausgabe gibt, aber erst ab 600 Euro erhältlich ist, da es fast ausschließlich in Handarbeit hergestellt wird. Die Mandoline gehört zu den Saiteninstrumenten und ist eine Art Gitarre mit vier Doppelsaiten und etwas anderem, kleineren Resonanzkörper. Durch den starken Saitendruck, den man beim Spielen aufbringen muss, eignet sie sich nicht als Kinderinstrument.

Bieten diese Instrumente gute Grundlagen, um später evtl. ein anderes Instrument leichter erlernen zu können?
Die Melodica bildet aufgrund der gleichen Tastenanordnung eine nahezu perfekte Grundlage, um später einfacher auf Klavier oder Keyboard umzusteigen. Auch durch die Blastechnik fällt es später leichter, ein anderes Blasinstrument zu erlernen. Es ist jedoch zu beachten, dass zum Beispiel mit der Klarinette oder dem Saxophon frühestens mit acht Jahren begonnen werden sollte, da die Lungen und der Körperbau stark genug sein müssen.

ALSTERKIND-Fazit:

So überzeugend die positiven Auswirkungen von Musik auf Kinder auch sind, die Freude am Musizieren sollte immer im Vordergrund stehen. Eltern sollten ihre Kinder nicht dazu drängen, ein Instrument zu erlernen, nur um die Intelligenz zu fördern, was zum Beispiel auch durch ein Lesetraining erreicht werden kann. Beim Kauf eines Instrumentes ist auf jeden Fall darauf zu achten, dass es einen guten Klang hat, denn Kinder hören deutlich besser als Erwachsene. Ein guter Klang ist besonders für den Anfang wichtig, denn ein Kind spielt gleich viel lieber auf einem Instrument, das nicht nur gut zu ihm passt, sondern auch gut klingt und das es einfach mag!

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