INTERVIEW: CORNELIA POLETTO

INTERVIEW: CORNELIA POLETTO

ALSTERKIND sprach mit...
Cornelia Poletto (38), Mutter einer neun­jährigen Tochter und Sterne­köchin aus Eppen­dorf über Lieblingsplätze an der Alster, Kindheits­er­inne­rungen, Familie und Beruf.

Wie lautet Ihr „Überlebensmotto“ als berufstätige und allein­er­ziehende Mutter?
Poletto: Organisation! Meine Tochter Paola hat ein sehr gutes Verhältnis zu ihrem Vater. Ich erstelle zusammen mit ihm Wochenpläne, damit jeder von uns seine Zeit mit Paola planen und genießen kann.

Wo befindet sich Ihr Lieblingsplatz an der Alster?
Poletto: Im Bootshaus Barmeier im Haynspark liegt unser altes Kanu. Von hier aus starten wir tolle Ausfahrten samt unseren Hunden Franz und Rosi und natürlich unserem Picknick-Koffer!

In welchem Film hätten Sie gerne die weibliche Hauptrolle gespielt?
Poletto: Ich hätte gern die Rolle der Martha Klein in Bella Martha gespielt. Es geht um eine leidenschaftliche Köchin, die ihre achtjährige Nichte bei sich aufnimmt und um die Liebe zu einem Italiener! Ich sehe in diesem Film viele Parallelen zu meinem Leben.

Welche Situation ist Ihnen peinlich?
Poletto: Wenn ich lese, was alles über mich erzählt wird, was für tolle Sachen ich mache, werde ich manchmal rot. Ich bin doch auch nur eine Köchin!

Was ist Ihre schönste Kindheitserinnerung?
Poletto: Auf meinen Reisen mit meinen Großeltern nach Meran gab es die leckersten Himbeeren mit Sahne, die ich je in meinem Leben gegessen habe. Der Geschmack hat sich förmlich in mein Gedächtnis gebrannt, und der Gedanke daran vermittelt mir heute noch ein wohliges Gefühl.

Gibt es etwas, was die Alsterregion für Sie noch attraktiver machen würde?
Poletto: Ich lebe seit 1996 an der Alster. Was mir wirklich fehlt sind kleinere Plätze zum Verweilen mit Kindern. Es geht von Bobby Reich übers Cliff zu Bodos Bootssteg, alles große, wenig individuelle Bereiche. Schön wäre ein kleiner überschaubarer Ort, wo es zum Beispiel den besten Kuchen oder den besten Kaffee gibt! Ich habe lange in Bayern gelebt. Die vielseitige Biergartenkultur hat schon einen besonderen und sehr individuellen Charme, den ich mir hier auch wünschen würde.

Wenn Sie außer Haus essen – wohin gehen Sie?
Poletto: In Glinde gibt es ein sehr schönes, kinderfreundliches italienisches Restaurant: das San Lorenzo. In Hamburg ist es eher schwierig, eine Lokalität zu finden, in der sich auch Kinder wohl fühlen, auch einmal laut sein können, ohne genervte Blicke auf sich zu ziehen. Was den Umgang mit Kindern angeht, sind die Italiener schon einzigartig!

Was bereitet Ihnen Sorgen?
Poletto: Ich denke häufig darüber nach, wie schlecht es anderen Kindern in anderen Ländern geht. Kinder sind so hilflos. Daraus resultiert auch mein Engagement als Schirmherrin im Altonaer Kinderkrankenhaus. Ich möchte Kindern den Kranken­hausaufenthalt so schön wie möglich machen.

Die Gastronomie ist eine harte Männerdomäne, in der Küche herrscht oft ein rauer Umgangston. Wie konnten Sie sich als Frau behaupten?
Poletto: Immer mit Humor. Bloß nicht alles zu ernst nehmen. Vieles, was in einer stressigen Küche gesagt wird, ist nicht immer nett, sollte aber nicht persönlich und vor allem nicht mit nach Hause genommen werden. Ich konnte mich durch respektvolle Leistungen und meinen begeisterten Einsatz immer gut durch­setzen.

Sie haben einen stressigen Alltag, wie entspannen Sie?
Poletto: In Gesprächen mit meiner Tochter, wenn wir gemeinsam zu unseren Ponys fahren. Auf der Fahrt dorthin haben wir viel Spaß, das entspannt!

Was raten Sie Müttern, die wieder in ihren Beruf einsteigen wollen?
Poletto: Man sollte immer mit offenen Augen seine Kinder sehen, davon Abstand nehmen, den Kindern immer alles recht machen zu müssen. Auch Paola musste lernen, dass ein komfortables Leben, ein eigenes Pony erst einmal verdient werden muss. Das bedeutet auch, Kompromisse zu machen. Wichtig für alle Eltern ist, Versprechen zu halten.

Übrigens: Im Oktober ist ihr neuestes Buch „Polettos Kochschule: Mein Grundkurs für Einsteiger“ im Zabert Sandmann Verlag erschie­nen. Es ist für 19,95€ im Handel erhältlich.

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