Interview mit Wincent Weiss

„Mein größtes Ziel ist: Papa werden“

Interview mit Wincent Weiss

Foto: Sascha Wernicke

Sein Zeitmanagement ist seine größte Schwäche, erzählt uns Wincent Weiss im Interview, das dann auch mit eineinhalb Stunden Verspätung begann. Der sympathische Sänger ist ab 6. Dezember die Stimme des kleinen Drachen in „Tabaluga – Der Film“. Falls der Name Ihnen nichts sagt, seine Lieder kennen Sie ganz sicher. „Musik sein“, „Feuerwerk“ und „An Wunder“ haben echtes Ohrwurm­potential! Mit uns sprach der 25-Jährige über Tabaluga, seinen Auszug mit 16 und den Stellenwert von Familie.

Tabaluga wurde vor deiner Geburt erfunden. Hat der kleine Drache dich schon in deiner Kindheit begleitet?
Ja, total! In meiner Kindheit gab es eine ­Tabaluga-Fernsehshow, da mussten die Kinder sich am Ende einen Weg merken und gehen. Da wollte ich immer mitmachen. Ich mochte auch die alte Zeichen­trickserie. Deshalb fand ich es besonders schön, jetzt bei der modernen Version dabei zu sein.

Was haben Wincent Weiss und der kleine Drache Tabaluga gemeinsam?
Wir sind beide grün. (lacht) Nee, Tabaluga ist ja ein abenteuerlustiger Charakter, der viel mit seinen Freunden unterwegs ist. Das ist bei mir genauso. Ich habe zwar keinen großen Erzfeind wie Tabaluga, aber sonst haben wir schon viel gemeinsam. Wir sind beide neugierig, lebensfroh und abenteuerlustig.

Tabaluga nimmt den Kampf gegen Bösewicht Arktos auf. Welche große Herausforderung musstest du in deinem Leben schon meistern?
Meine größte Herausforderung war es, selbstständig zu werden. Ich bin schon mit 16 zu Hause ausgezogen und dann nach der Schule allein nach München gegangen. Irgendwann habe ich den Schritt gewagt und für die Musik meinen Job gekündigt. Das war ein großer Umbruch und hat mein Leben komplett auf den Kopf gestellt. Es hat auch ein bisschen gedauert, bis alles rund lief.

Warum hast du mit 16 schon allein gewohnt?
Meine Mum ist damals umgezogen. Wäre ich mitgegangen, hätte ich jeden Tag zwei Stunden mit dem Bus zur Schule fahren müssen. Ich habe mich gegen Busfahren entschieden und mir meine erste eigene kleine Bleibe gesucht. Meine Freunde haben alle Zweitschlüssel bekommen. Bei mir war immer was los und ich war eigentlich nie allein. Das war eine super-geile Zeit!

Welchen Stellenwert hat Familie für dich?
Einen sehr, sehr großen. Familie ist das Wichtigste im Leben. Meine Familie erdet mich. Wenn ich nach Hause komme, teile ich mir das Zimmer mit meiner Schwester. Bei Oma und Opa sind die Süßigkeiten noch im gleichen Fach wie früher. Familie ist alles, was bleibt. Deshalb versuche ich ein- bis zweimal im Monat bei ihnen zu sein.

Worauf hat deine Mutter bei der Erziehung Wert gelegt?
Die Schule war der größte Streitpunkt zwischen meiner Mama und mir. Eine gute schulische Ausbildung war ihr natürlich wichtig. Außerdem hat meine Mutter mir Höflichkeit, einen guten Umgang mit Menschen und Dankbarkeit beigebracht. Meine Mutter war alleinerziehend und hat das wirklich gut gemacht. Ich bin sehr stolz, so eine Mum zu haben!

Welches Kindheitserlebnis hat dich geprägt?
Ich war lange Einzelkind und wollte das auch immer bleiben. Mit 11 Jahren habe ich dann eine Schwester bekommen. Sie mit aufzuziehen, auch mal die Windeln zu wechseln, morgens in den Kindergarten zu bringen... Ja, meine Schwester hat mich wirklich geprägt und sie bedeutet mir sehr viel.

Du hast vor Jahren an einer Castingshow teilgenommen. Würdest du Eltern empfehlen, ihre talentierten Kinder dort hinzuschicken oder eher abraten?
Mit YouTube, Facebook, Instagram und Co gibt es heute viele Plattformen auf denen man sich präsentieren kann. Das kostet nichts und man ­bekommt schnell ein Gefühl dafür, ob das, was man macht, ankommt. Ich würde heute immer erstmal den Weg wählen.

Was ist deine größte Schwäche?
Mein Zeitmanagement. Ich mache immer sehr viele Baustellen auf und muss dann feststellen, dass der Tag nur 24 Stunden hat und gar nicht alles reinpasst.

Deine Lieder sind echte Ohrwürmer. Welches Lied kriegst du selbst nicht aus dem Kopf?
Privat fahre ich eher die Metal-Schiene. Mein ­letzter richtiger Ohrwurm war allerdings „No Brainer“ von DJ Khaled und Justin ­Bieber.

Was möchtest du beruflich und privat noch erreichen?
Mein größtes Ziel ist „Papa werden“. Ich bin ein totaler Familienmensch, wollte früher sogar Erzieher werden. Ich möchte irgendwann eine eigene Familie gründen und mit der an einem ruhigen Ort leben. Beruflich mache ich mir gar keinen Druck. Die Ziele, die ich mir mal gesetzt hatte, sind eigentlich alle schon erreicht. Es ist so krass, was in den letzten Jahren alles passiert ist ... Jetzt lass ich einfach alles auf mich zukommen und genieße die Zeit.

Nicht mehr lang, dann ist schon wieder Silvester – Was werden deine guten ­Vorsätze für 2019 sein?
Ich möchte nächstes Jahr mein zweites Album veröffentlichen. Und sonst das Übliche: gesünder ernähren, mehr Sport ­machen ...

Als norddeutscher Jung: Wo trifft man dich in Hamburg?
Früher bin ich nach der Schule oft noch in die I-Punkt-Skaterhalle gefahren. Skateboardfahren ist ein großes Hobby von mir. Wenn ich heute in Hamburg bin, treffe ich mich mit Freunden. Mit Max Giesinger zum Beispiel. Wir gehen dann meistens irgendwo was trinken.

Name: Wincent Weiss
Geburtstag: 21. Januar 1993
Geburtsort: Eutin, ­Schleswig-Holstein
Wohnort: Berlin
Album: Irgendwas gegen die Stille (2017)
Erfolgreichste Singles: ­Musik sein (2016), Feuerwerk (2017), An Wunder (2018)
Synchronsprecher: ­Tabaluga – Der Film (2018)
Helden der Kindheit: Spider-Man & Iron Man
Lieblings-Kinderbuch: Der Regenbogenfisch & Das lustige ­Taschenbuch
Lieblings-Kinderfilm: In einem Land vor unserer Zeit
Lebensmotto: Hör auf dein Herz!

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